23.05.2003 14:26
Bregenzer Sommerausstellung über Franz
West
Dazu neue Programmschiene "KUB-Arena"
eröffnet
Bregenz - Die Sommer- und Festspielausstellung 2003 des
Kunsthaus Bregenz (KUB) ist dem renommierten österreichischen Künstler Franz
West (56) gewidmet. West gehört zu den wichtigsten österreichischen bildenden
Künstlern der Gegenwart. Die Ausstellung dauert vom 5. Juli bis 14. September.
Zudem eröffnet West die neue Programmschiene KUB-Arena, kündigten KUB-Direktor
Eckhard Schneider und Kurator Rudolf Sagmeister am Freitag an.
Neben den
"Passstücken", die wie Prothesen wirken und als Stützen oder Hüllen an den
Körper angelegt werden, umfassen Wests Werkgruppen Reliefs, Collagen,
Übermalungen, einzelne oder in Gruppen zusammengefasste Skulpturen, Möbel oder
Möbelgruppen und Environments, die alle Werkformen zusammenfügen und Video-Tapes
sowie Raumgestaltungen mit einbeziehen.
Werdegang
Franz
West ist 1947 in Wien geboren, wo er lebt und arbeitet. Von 1977 bis 1982
studierte er in der Bildhauerklasse von Bruno Gironcoli an der Akademie der
Bildenden Künste. Bereits Mitte der 70er Jahre entwickelte er die von ihm so
genannten "Passstücke". Wests Ziel war es, Neurosen Plastizität zu verleihen:
"Ich behaupte, wenn man Neurosen sehen könnte, sähen sie so aus." Viele dieser
Aktionen dokumentierte West in Videos und Fotografien. Als konsequenter
Weiterführung der "Passstücke" entstehen seit 1987 die aus Fertigteilen und
Industrieschrott gebauten, mit Stoff oder Teppich bespannten Sitz- und
Liegemöbel. U.a. fertigte er seine markanten Sitzgelegenheiten für das
Sonnendach der New Yorker Dia Art Foundation oder das Open-Air-Kino der
documenta IX sowie für die große Halle der documenta X.
Im Kunsthaus
Bregenz werden in einer umfassenden Schau ausgewählte Werke seines Schaffens und
neue Werkgruppen gezeigt. Neben 70 Zeichnungen, Gouachen, Collagen,
Plakatentwürfen und Zeitungsübermalungen aus den 70er Jahren bis heute, zeigt
die Ausstellung auf vier Ebenen, neben zahlreichen Skulpturen und frühen
"Passstücken", Wests bevorzugtes Medium der letzten Jahre: Möbelstücke. Sie sind
in Ensembles arrangiert und werden zu begeh- und benutzbaren Environments.
Erstmals in Europa zu sehen sind Werke aus der großformatigen Skulpturengruppe
"Sisyphos" (2002). Den Platz vor dem Kunsthaus bespielt West mit der
monumentalen Außenskulptur "Centripetale" (2001).
Die
KUBArena
Mit Franz West startet gleichzeitig die neue Programmschiene
des Kunsthaus Bregenz: KUBArena. Der Begriff Arena geht auf den Titel einer
Werkfolge von Joseph Beuys (1971) zurück. Im Rahmen dieses neuen Forums der
Kunstvermittlung realisiert Franz West im KUB-Foyer ein Ensemble aus 60 Stühlen
mit dem Titel "Hainis". Das Modell für die Objekte lieferte ein Baumstumpf, der
vom Künstler in Stuhlform gebracht wurde. (APA)