Isabell
Heimerdinger,
geboren 1963 in Stuttgart. 2002 Artist-in-Residence
Programm, Atelier Augarten, Wien. Lebt
und arbeitet in Berlin. Ausstellungen 2003: Waiting, Acting Waiting,
Cbb.Chouakri Brahms, Berlin. Le Studio, Galerie Yvon Lambert, Paris.
Wolves Pigs People, Meyer Riegger Galerie, Karlsruhe.
Performance
Wo liegt der Unterschied zwischen Sein und Schein? Wo
beginnt das Spiel, wo endet die Wirklichkeit? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt
der künstlerischen Arbeit von Isabell Heimerdinger. Ihr Hauptinteresse gilt
dabei dem Film, dem Kino, den Orten ihrer Entstehung, den unterschiedlichen
Facetten des weiten Feldes von Theater und
Schauspiel.
Man könnte ihre Arbeit auch als eine Art Untersuchung
bezeichnen, in der die Frage nach Authentizität und Spiel in der Aufschlüsselung
verschiedener Identitätsebenen gestellt
wird.
Im Zentrum der Ausstellung steht
die Arbeit Waiting, Acting Waiting, ein 14minütiger 16mm-Film, in welchem
die Künstlerin dem Schauspieler Wolfram Berger die Aufgabe stellt, einen
wartenden Mann zu spielen. Zuvor filmt sie ihn unbemerkt beim Warten auf den
eigentlichen Drehbeginn. In anderen Arbeiten konfrontiert sie Schauspieler
selbst mit ihrem eigenen Spiel.
Um das Moment des "Vorher und
Nachher" geht es auch in der gleichnamigen Fotoserie Before and After.
Sie bezieht sich u.a. auf das Stück "Das Maß der Dinge" von Neil La Bute, das
zur Zeit am Wiener Akademietheater zu sehen ist. Sie zeigt die vier Schauspieler
(Daniel Jesch, Johanna Wokalek, Dorothee Hartinger, Raphael von Bargen) in zwei
Extremsituationen, nämlich unmittelbar vor und nach ihrem Auftritt. Die
Schaupieler wirken vorher angespannt, nachher gelöst. Ob diese Haltung und der
scheinbar intime, persönliche Moment authentisch oder aber (bewusst oder
unbewusst) gespielt ist, bleibt unsicher.
Für die Polaroid-Serie bat die
Künstlerin Freunde und Bekannte, eine Pose einzunehmen; diese sollte vom
Nächsten exakt kopiert werden. Es entstand jedoch eine Reihe von Portraits, die
in der Folge immer weiter vom ersten abweichen. Das Vortäuschen von Realität ist
auch Inhalt der Arbeit "Eclipse", einer Lampe, die zu leuchten scheint. Erst bei
näherem Betrachten fällt auf, dass sie von einem externen Strahler, (einer aus
Film und Theater nicht wegzudenkenden Requisite) angeleuchtet wird. In allen
Arbeiten bleibt die Ambivalenz zwischen Sein und Schein, zwischen Realität und
Spiel bestehen.
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