Wien - Liebe kann ja so wunderschön sein, vor allem wenn das
Gegenüber leblos ist. Kein Zurückreden, sondern stille Übereinkunft und jede
Menge Projektionen bestimmen das Bild. In unserm Fall das wirkliche Bild:
Fotograf Peter Dressler, Meister der (Selbst-)Inszenierung mit Schalk im Nacken,
setzte sich selbst als leidenschaftlicher Sammler Alter Meister in Szene.
Tatort: Die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste, die er aber als
Privatgemach ausgibt. Im elegant-bequemen Hausanzug, in blank polierten
Lackschuhen und exakt gescheitelt, studiert er die geliebten Meister, putzt oder
retouchiert sie, spricht zärtlich mit ihnen.
Die 26 Fotos befinden sich auch In unmittelbarer Nähe, so auch der
Ausstellungstitel zu den tatsächlich ausgestellten Werken. So weisen Fotos von
Bilddetails auf vor Ort tatsächlich hängende Gemälde. Nachgerade liebevoll
stellt Dressler eine Art Affenliebe zur Kunst dar, die erheitert und rührt. (DER
STANDARD, Print-Ausgabe, 24. - 26. 12. 2003)