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ein Projekt von HÖSS & SCHULER im Rahmen des Festivals
der Regionen 2003 "Die Kunst der Feindschaft" 27.6. bis
5.7.2003
interventionen-Standorte finden Sie von 28.6. bis 5.7.03
im Wartebereich folgender Bahnhöfe:
Hauptbahnhof
Linz Bahnhof Traun Bahnhof Steyregg Bahnhof
Ottensheim Mühlkreisbahnhof/Urfahr
mit freundlicher Unterstützung der ÖBB
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Unter Feindschaften stellen wir uns meist
leidenschaftliche Ausbrüche emotionsgeladener Gegner vor, deren höchste
Moral es ist, alle Aufmerksamkeit dem feindlichen Gegenüber zu
schenken. Eine beinahe romantische Vorstellung eines wahrscheinlich
viel banaleren Vorgangs. Die Regeln zur Wahrung des Gleichgewichts
werden in der augenblicklichen Weltpolitik nicht mehr nur ignoriert
sondern aufgehoben. Der Feind wird zum Image, ihrer Menschlichkeit
enthoben beginnen die Feindschaften brutal und bösartig zu
werden. Banale Hassgefühle entstehen, die sich ohne Probleme auf alle
Angst einflössenden weil andersartigen Gesellschafts- und Religionsgruppen
oder Nationen projizieren lassen. Gemeinschaften sind die wohl
produktivsten Geburtsstätten von Imaginationen. Sie können recht harmlos
vom Glück im Winkel vor sich her träumen, aber sie können auch Ideologien,
Utopien und große Phantasmen in sich bergen. In lebenden Gemeinschaften
glauben ihre Mitglieder an etwas "Großes und Erhabenes": an die eigene
Nation, die Wiederkehr Christi, an die Weltrevolution, usw. Gemeinsame
Imaginationen sind Basis sozialer Bindungen, und zwar gerade deshalb, weil
sie sich nicht auf etwas Reales beziehen. Überall wo "wir" gesagt wird,
ist Gemeinschaft. "Wir Österreicher", "wir Linzer", "wir Künstler", "wir
Humanisten", "wir Christen", "wir Linke", "wir Rechte", etc. Es wäre
eine heile Welt, wären da nicht die "Anderen", die "Nicht - wir" - Leute.
Sie sind anders, sehen anders aus, verhalten sich anders oder
erscheinen uns schlicht und einfach so. Damit werden sie zur optimalen
Projektionsfläche des eignen Hasses, gleich, ob sie nun einer anderen
Religion, einem anderen Staat oder einfach nur einer anderen Modeszene
angehören. Im
Wahrnehmen des "Anderen" ist der Funke zur Feindschaft geboren.
Wann, wie und
warum entsteht so ein "Wir"? Innerhalb einer Gemeinschaft polarisiert
sich eine Untergruppe, die sich auf "etwas anderes" beruft, das sie
plötzlich aus der ursprünglichen Gemeinschaft hervor- und heraushebt. Ein
Gegeneinander entsteht, das oft nur noch als Selbstzweck aufrechterhalten
wird. Die neuen Definitionen und Gruppenmerkmale werden hochgehalten,
Rückbesinnung auf anderes wird unmöglich. Solchen Mechanismen steht man
(im Großen und im Kleinen) oft machtlos gegenüber. Wie kann sich eine
Situation derart verhärten, dass obwohl sie sich auf beide Seiten nur
negativ auswirkt, keine Lösung abzusehen ist?
Aus dieser Fragestellung der Entstehung und
Manifestierung von Feindschaften heraus, ist die folgende Projektidee entstanden. Es sind Interventionen, die als
unterschwellige Beeinflussung durch eine künstlich hergestellte Situation
in den Alltag eingreifen.
................................................projektablauf
An überdachten Wartebereichen werden
unsichtbar kleine Lautsprecher installiert. Wartende, die sich den
Lautsprechern nähern, hören allmählich ein Geflüster, eine Art
Selbstgespräch mit, das genausogut von einem der anderen Wartenden stammen
könnte. In diesem geflüsterten Monolog werden von unterschiedlichen
Stimmen Verhalten und Aussehen (fiktiver) Personen kritisiert und
kommentiert. Die Beeinflussung der eigenen Gedanken im Betrachten
anderer Menschen ist Absicht und reflektiert den simplen Vorgang von
Identifikation oder Abgrenzung wider.
Im Kleinstbereich der Haltestelle entstehen fast unmerklich feindlichen
Zonen, Keimzellen, die sich in den Köpfen der Wartenden festsetzen und
auch ausbreiten können.
...................................................mitwirkende
Konzept, Organisation und Projektleitung :
Dagmar Höss Renate Schuler
SprecherInnen:
Maria Hofstätter Doris
Schüchner Maria Schwarz Martina Spitzer Helmut
Fröhlich Andreas Pühringer Matthias
Schlossgangl
Aufnahmetechnik:
Michael Schweiger
(Lupo)
technische
Umsetzung:
Alexander
Böhmler
.....................................................impressum
interventionen Dagmar Höss und Renate
Schuler Goethestr. 27 4020 Linz
E-mail: interventionen@liwest.at
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