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| 26.11.2003 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Ausstellung: Zigarette an Zigarette | ||
| "The Holy Every Day": Das MAK zeigt Plakate des österreichischen Werbegrafikers Hermann Kosel. | ||
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D Mit anderen Grafikern rund um Julius Klinger ("Wiener
Gruppe") setzte er sich in den zwanziger Jahren dafür ein, auf unnötige
Ornamentale zu verzichten, und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren -
mit wenigen Farben, Flächenstil, Symbolen, Signalwirkung. Ein Postulat des
Manifests der Gruppe, "Poster Art in Vienna" (1923), lautet: "The Holy
Every Day" - man war sich der Vergänglichkeit der Plakatarbeit bewusst,
und der Bedeutung des Alltags. Kosels Entwicklung stehe stellvertretend
für die österreichische Plakatkunst, sagt Kurator Peter Klinger. Deswegen
werden nun im Kunstblättersaal des MAK seine besten Stücke präsentiert.
Die scherenschnittartige Werbung für die
Zigarettenpapiermarke Altesse: Ein elegantes Paar der zwanziger Jahre
zündet sich im verführerischen Nachtblau zurückhaltend lasziv gegenseitig
die Zigarette an - Zigarette an Zigarette. Plakate für den Rikola-Verlag -
die Farben reduziert auf Schwarz und Rot, die Aufmerksamkeit auf das Buch
und den Schriftzug gerichtet. Das lesende Paar hat die Firma sogar zum
Logo erkoren. Die Poster für das Südbahnhotel am Semmering im Stil der "neuen Sachlichkeit" wirken wie ein Schnappschuss auf die mondäne Ferienwelt mit ihren Skifahrern und Badenden. Die Fassade des Hotels hat Kosel geglättet, vom Schmuck befreit, so wirkt das Plakat nicht so malerisch. Nicht nur für Konsumgüter wurde im Kosel-Design auf Österreichs Straßen geworben, er war auch viele Jahre verantwortlich für die Plakate zur Wiener Messe. Dabei hielt er sich an eine Idee, die Julius Klinger vor ihm einführte: Die Buchstaben W und M (für Wiener Messe) übereinander gestellt: Bildbeherrschend mit einer Girlande, die das Datum verrät, oder auch nur mehr als Detail, zum Beispiel als Insignie auf dem Helm einer Statue. Die Typografie nahm Kosel auch gerne zur Gestaltung des eigentlichen Sujets: So sind die Os in der Werbung für die "Automobil- und Motorrad-Ausstellung" gleichzeitig die Räder der Fahrzeuge. Nach dem Krieg, den Kosel im Exil in der Schweiz und in Südfrankreich verbrachte, kehrte er nach Österreich zurück - und prägte gleich wieder das Stadtbild für viele Jahre: Sein Plakat für die Kriegsopferlotterie - ein Körper, der sich hilfesuchend in Richtung Himmel streckt - wurde von 1952 bis 1964 in immer neuen Varianten affichiert. Bis 29. Februar 2004, Di 10-24 Uhr, Mi-So 10-18 Uhr, Mo
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