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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
16.02.2004
17:55 MEZ
Foto: APA/EPA/AFP/Doug Kanter
Hans Haacke im Jahr 2000 vor seiner Arbeit "Sanitation" im New Yorker Whitney Museum of American Art 2000. Die kontroversielle Arbeit kritisierte den damaligen New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani und andere Regierungsmitglieder, welche wiederum versuchten das Kunstwerk zu "zensurieren" und damit aus der Ausstellung zu entfernen.

Politisches Engagement von Hans Haacke gewürdigt
Der in den USA lebende Konzeptkünstler deutscher Herkunft erhält Peter Weiss-Preis der Stadt Bochum

Bochum - Der Konzeptkünstler Hans Haacke erhält den mit 15.000 Euro dotierten Peter Weiss-Preis der Stadt Bochum. Das Werk von Haacke zeichne sich durch ein ungewöhnlich zielstrebiges politisches Engagement aus, teilte die Stadt am Montag mit. Die Fähigkeit Haackes, dieses Engagement in klare und aussagekräftige Bilder und Objekte zu übersetzen, sei hervorragend. Der Künstler erhält den seit 1990 alle zwei Jahre verliehenen Kulturpreis der Stadt Bochum im Oktober.

Der 67-jährige Haacke lebt seit 1965 in New York und lehrt an der Kunsthochschule Cooper Union. Der Kulturpreis ist nach dem Schriftsteller, Dramatiker, Maler und Filmemacher Peter Weiss (1916 - 1982) benannt und wird seit 1990 alle zwei Jahre vergeben.

Einer der prominentesten Vertreter der politischen Konzeptkunst

Der gebürtige Kölner gilt als einer der prominentesten Vertreter der politischen Konzeptkunst. Haacke reflektiere sei den sechziger Jahren die Verflechtungen von ökonomischer, politischer und medialer Macht, hieß es in Bochum. Dabei schrecke er nicht davor zurück, Namen und Adressen zu nennen, wenn es darum gehe, mit seiner Kunst auf Machtstrukturen aufmerksam zu machen.

Kritischer Blick auf Österreichs "mia san mia"-Mentalität

Seit den 70er Jahren war der Zusammenhang zwischen Kunst, Wirtschaftsmacht und Politik eines der Hauptthemen von Haacke. Auf der Kasseler documenta verwies er 1987 mit einer Installation auf die Geschäfte der Deutschen Bank und der Firma Daimler mit dem Apartheidregime in Südafrika. Für erhebliches Aufsehen sorgte 1991 auch eine Installation in München. Darin stellte Haacke eine Verbindung zwischen Inszenierung von Macht unter den Nationalsozialisten und der deutschen Wirtschaft her. In Österreich sind noch Haackes Projekt für den steirischen herbst 1988 ("Und Ihr habt doch gesiegt", Mariensäule Graz) sowie die Ausstellung "mia san mia" in der Generali Foundation 2001 in Erinnerung. (APA/dpa/red)


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