Material wie ein Eisberg
Weitere Schwierigkeit: Das anfallende Material sei wie ein Eisberg - das meiste bleibe unter Wasser, meinte Albada. Dann stelle sich immer die Frage, was erhalten werden soll und was nicht. Auch die Industrie sei zum Teil nicht sehr hilfreich. So finde man so viele analoge Bänder, dass es unmöglich sei, diese alle zu digitalisieren. Daher appelliere man an die Industrie, die Produktion von analogem Material aufrecht zu erhalten.
Wichtig sei der Kongress etwa für die internationale Zusammenarbeit, so Albada: "Kein Land hat ein alleiniges Gedächtnis." Alle Archive würden Informationen über andere Staaten beinhalten. Deshalb würde man mithelfen, die Lücken in den Archiven der anderen Staaten zu füllen. Ein solches Projekt laufe etwa mit Polen, das im Zuge der zahlreichen Teilungen in der Geschichte viele Informationen verloren habe.
Als Redner für den Kongress wurden laut dem Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs, Lorenz Mikoletzky, auch Persönlichkeiten gewonnen, die keine Archivare sind, sich aber regelmäßig mit Archiven beschäftigen bzw. in solchen arbeiten. So referieren etwa der Biochemiker und ehemalige Wissenschaftsminister Hans Tuppy, Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina und die Schriftsteller Gerhard Roth und Ivan Ilyi. (APA)