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derStandard.at | Wissenschaft | Welt 
24. August 2004
13:42 MESZ
Beim Internationalen Archivkongress im Austria Center in Wien versuchen dies vom 23. bis 29. August rund 2.000 Teilnehmer aus 140 Staaten.
 
Kampf der Archivare
Sie hadern mit technischen Problemen und Materialflut

Wien - "Archive sind kryptisch" - das findet sogar der Generalsekretär des Internationalen Archivrates, Joan Van Albada. "Es ist schwer, sich einen Weg durchzubahnen." Beim Internationalen Archivkongress im Austria Center in Wien versuchen dies vom 23. bis 29. August rund 2.000 Teilnehmer aus 140 Staaten. Die Frage sei, wie diese "Insider" das in den Archiven gespeicherte Wissen mit der Öffentlichkeit teilen könnten, so Albada bei einer Pressekonferenz am Montag Abend. Bei ihrer Arbeit stehen die Archivare oft vor technischen Problemen: So werde es in 2.000 Jahren nach wie vor Archive geben - die Systeme, mit denen man heute arbeite, seien aber innerhalb weniger Jahre veraltet, so Albada. Nachvollziehen kann dies jeder, der versuche, mit Word 2.0 ein aktuelles Dokument zu öffnen, nannte Kongress-Pressesprecher Thomas Just im Anschluss ein Beispiel.

Material wie ein Eisberg

Weitere Schwierigkeit: Das anfallende Material sei wie ein Eisberg - das meiste bleibe unter Wasser, meinte Albada. Dann stelle sich immer die Frage, was erhalten werden soll und was nicht. Auch die Industrie sei zum Teil nicht sehr hilfreich. So finde man so viele analoge Bänder, dass es unmöglich sei, diese alle zu digitalisieren. Daher appelliere man an die Industrie, die Produktion von analogem Material aufrecht zu erhalten.

Wichtig sei der Kongress etwa für die internationale Zusammenarbeit, so Albada: "Kein Land hat ein alleiniges Gedächtnis." Alle Archive würden Informationen über andere Staaten beinhalten. Deshalb würde man mithelfen, die Lücken in den Archiven der anderen Staaten zu füllen. Ein solches Projekt laufe etwa mit Polen, das im Zuge der zahlreichen Teilungen in der Geschichte viele Informationen verloren habe.

Als Redner für den Kongress wurden laut dem Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs, Lorenz Mikoletzky, auch Persönlichkeiten gewonnen, die keine Archivare sind, sich aber regelmäßig mit Archiven beschäftigen bzw. in solchen arbeiten. So referieren etwa der Biochemiker und ehemalige Wissenschaftsminister Hans Tuppy, Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina und die Schriftsteller Gerhard Roth und Ivan Ilyi. (APA)


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