Galerie Hubert Winter – Breite Gasse 17 – 1070 Wien – Tel.:+43 1 524 09 76 – Fax: +43 1524 09769 – office@galeriewinter.at – www.galeriewinter.at
So muß denn die
Suche weitergehen, Gedicht auf Gedicht, bis man
auf die augenfällige
Strategie der Loslösung stößt,
um dann endlich in den Fluß der
heraklitischen Zeit zu münden.
Große Wahrheiten, entdeckt man, sind nicht
notwendigerweise Tatsachen – Tatsachen sind Träume.
Die
letzten Zeilen in:
Lawrence Durrell, Das Lächeln des Tao, (1980).
Dt. v.
N. Bornholm. Ffm, Suhrkamp, 1997
Ingo Nussbaumer
Eröffnung: 9. September 2004, 19 - 21 Uhr
10.
September - 9. Oktober 2004
Di - Fr 11 - 19 Uhr, Sa 11 - 14
Uhr
Ich
verstehe meine Malerei aus dem Gefüge eines imaginären Bildraums, der sich wie
die Möglichkeit zur Wirklichkeit oder wie die Potentialität zur Aktualität
verhält, aber zugleich erfüllt ist von der Präsenz der Farbe. Gegensätze, die
sich in diesem Bereich finden, werden nicht zur Ruhe und Auflösung gebracht,
sondern in Stille umformuliert.
„Die Stille kann wie
ein Getöse sein.“ Damit beschreibe ich eine Situation, die nur an jenen
Augenblicken zutage tritt, an denen etwas konzentriert Bildimaginäres geschieht
und die Aufmerksamkeit wie nach sich zieht. Zudem werden durch die Bildkörper
erzeugte Elemente des realen Umgebungsraums mit denen des gemalten
Bildinnenraums konfrontiert, sodass Farben, Schattenfugen, -felder und -bahnen
dialogisch sind. (Ingo Nussbaumer)
„ ...
So, im Zusammenhang gesehen differenziert sich die Farbigkeit. Sichtbar werden
Verschiebungen um eine Nuance, wo der erste Blick eine Farbwiederholung zu sehen
glaubte. Wahrnehmbar (mitunter ist es eher eine Ahnung, ein Spüren als ein
Sehen) werden minimale Veränderungen ihrer Temperatur oder Dichte, eine Rückung
in eine andere Farbe hinein, aus der Farbvertrautheit heraus und damit einher
gehende Veränderungen ihres räumlichen Verhaltens, ihrer ganzen Erscheinung.
Nicht isoliert, sondern im Kontext anderer Farbe, in Relation zu ihren
Umgebungen (vorrangig innerhalb des Bildes, aber auch in Beziehung zu ähnlichen
innerhalb der ganzen Gruppe) wird Farbe realisiert, ist sie verortet in einem
Gefüge wechselseitiger Beeinflussungen. So zeigt sich Farbe als außerordentlich
diffiziler, kaum vollständig überschaubarer Gegenstand dieser Arbeit; erweist
sich Farbe in der Fülle ihrer Erscheinungen als Angebot und nie endendes
Excitement für ein entwicklungs- und unterscheidungsbereites Sehen.“
(Jens Peter Koerver)
Zur Ausstellung erscheint das Buch
la couleur te regarde - die Farbe blickt dich an mit 12
Serigraphien gedruckt mit Andreas Stalzer (Größe 49 x 49 cm) in einer Auflage
von 10 Stück.
Ingo Nussbaumer
geb. 1956 in Leibnitz in
der Steiermark, lebt und arbeitet in Wien
1976-84 Studium der Malerei und
Philosophie in der Schweiz u. Österreich; 1987-89 Leitung einer Zweigstelle der
von Beuys und Böll gegründeten Free International University in Wien; 1998-2000
Leiter der Klasse Malerei an der Sommerakademie in Hohenems / Vorarlberg; 1999
Ortung ’99, Internationales Künstlersymposium Lofer - St. Martin / Salzburg;
1999 Online-Projekt Förderung der Bundeskuratorin für Kunst Lioba
Reddeker
Personalen u. a. Galerie Hubert Winter / Wien, Galerie
Stadtpark / Krems; Galerie c.art – Dornbirn; Galerie white8 / Villach;
Galerie Ulrich Mueller / Köln , Austellungsbeteiligungen u.a. Neue Galerie der
Stadt Linz; Künstlerhaus Graz; Galerie Schafschetzy - Steirischer Herbst / Graz;
Galerie Ulrich Mueller / Köln; Galerie Theuretzbacher / Wien; nexus art
consulting / Wien
Publikationen u.a. 2002 Die Idee des Bildes als
Beitrag zu einer Noetik der Kunst, Edition Splitter / Wien, Die Idee des Blicks,
Zur athetischen Konfiguration von Zeichnung und Malerei, in: Peter Wechsler,
Geometrie der Hand, Triton Verlag / Wien, 1997 Zur seriellen Struktur: Konzept -
Intention - Dimension, in: Ingo Nussbaumer, Malerei als Proposition, Triton
Verlag / Wien, 2004 Bild, Begriff und Schrieb, in: Schreibrituale
[Eine
Anthologie],
edition splitter / Wien, 2000 Visueller Nukleus oder die Unruhe des Bildes,
Christian Muhr im Gespräch mit Ingo Nussbaumer, in: "Ingo Nussbaumer - shade",
gleichnamiger Katalog zur Ausstellung, c.art, Prantl & Boch, Galerie und
Verlag, Dornbirn
Ingo Nussbaumer . CP Nr. 14 . 2004