Thema Islam
So wird der türkisch-deutsche Autor und Künstler Feridun Zaimoglu die gesamte Fassade des Kunsthallentraktes im MuseumsQuartier-Haupthof mit kleinen türkischen Fahnen schmücken. Damit sollen die "Ängste der Menschen", die unter der Oberfläche der Diskussion zwischen Ost und West lauern, ausgestellt werden, so der Autor.
Wien mit seiner Geschichte der Türkenbelagerungen sei für seine Fahneninstallation (7. 3. bis 24. 4.) ein geeigneter "historischer Ort". Das Festival "Literatur im März" (10. bis 13. 3.) in der Kunsthalle wird sich mit "Islam und Abendland. Der Ursprung des Westens" beschäftigen, schilderte dessen Leiter Walter Famler. Zum Thema gibt es auch noch die Schau "Sheherazade (bzw. Fatima, Titel ist noch nicht fix, Anm.) ungeduldig" (1. bis 24. 4.) zu Konstruktionen von Weiblichkeit im Islam.
Das Prinzip der Prominenz
Mit seinem Programm will sich die Kunsthalle als "Ort der fröhlichen Aufklärung" profilieren, so Matt. Angesichts des "Gesetzes der großen Zahlen", das in der von Ausstellungen mit großen Namen geprägten Wiener Museumslandschaft gelte, wollen Kunsthalle und Kunstforum das Prinzip der Prominenz in der Kunst kritisch beleuchten - und das im "bisher größten Unterfangen" der Kunsthalle. "Superstars" (so der Titel der Schau) der Kunstszene, die das Ausstellungsgeschehen bestimmen, werden in Kunsthalle und Kunstforum hinterfragt und auf ihre "Starwerdung" untersucht. Mit dem Umgang mit dem Islam und dem Thema Superstars will Matt "verstärkt die Fragen aufgreifen, die uns unter den Nägeln brennen".
Bei "Lebt und arbeitet in Wien II", dem Nachfolger einer sehr erfolgreichen Kunsthallenschau, werden Kuratoren aus den New York, Tokio und Warschau (wo gleichzeitig Ausstellungen stattfinden werden) einen Blick auf Wiener Künstler werfen. Diese Ausstellung soll "keine Nabelschau" werden, betonte Matt. Die Schau "Das unmögliche Theater" (8. Juli bis 30. Oktober) beschäftigt sich mit dem Werk von u. a. Pawel Althamer und Tadeusz Kantor. Mit der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (T-B A21) in Wien ist eine Schau für den Sommer geplant, deren Finanzierung jedoch noch geklärt werden muss.
Bilanz in Zahlen
2004 verzeichnete die Kunsthalle, die auf Grund der finanziellen Lage einen Schließtag einführen musste und eine Großausstellung weniger auf die Beine stellen konnte, 172.000 Besucher (und damit weniger als im Vorjahr), einen wachsenden Anteil weiblicher Gäste (58,3 Prozent) und eine gute internationale Medienresonanz. Die nächste Schau stimmt optimistische Töne an: Am 22. Februar eröffnet Yang Fudongs "Don't worry, it will be better..." (bis 15. Mai).
Im Project Space am Karlsplatz stehen u. a. Aidas Bareikis (28. 1. bis 13. 3.), Antonio Riello (23. 3. bis 10. 4.), "Light/Image/Illusion" (8. 6. bis 3. 7) und in Kooperation mit der Architektur Galerie Berlin "Architektur und Kunst Dialoge" (7. bis 25. 9.) am Programm. (APA)