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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
14. Jänner 2005
16:14 MEZ
Kunsthalle Wien
 
Kunsthalle Wien: Matt zieht "positive Bilanz eines harten Jahres"
2005 soll Auseinandersetzung mit dem Islam und "Superstars" von Warhol bis Madonna bringen

Wien - Eine "positive Bilanz eines harten Jahres" zog heute, Freitag, der Leiter der Kunsthalle Wien, Gerald Matt. Trotz "erstmals schlagend werdenden Betriebskostensteigerungen um 300 Prozent" nach dem Einzug ins MuseumsQuartier und einer "seit Jahren eingefrorenen Subvention" von 3,9 Mio. Euro zeigte sich Matt stolz über "Programm und Publikumszuspruch" des Jahres 2004. Kooperationen prägen die Ausstellungsvorhaben für 2005: Gemeinsam mit dem Kunstforum analysiert die Kunsthalle "Superstars" von Warhol bis Madonna (26. 10. 2005 bis 19. 2. 2006), mit Literatur im März unternimmt man künstlerische Erforschungen zum Islam.

Thema Islam

So wird der türkisch-deutsche Autor und Künstler Feridun Zaimoglu die gesamte Fassade des Kunsthallentraktes im MuseumsQuartier-Haupthof mit kleinen türkischen Fahnen schmücken. Damit sollen die "Ängste der Menschen", die unter der Oberfläche der Diskussion zwischen Ost und West lauern, ausgestellt werden, so der Autor.

Wien mit seiner Geschichte der Türkenbelagerungen sei für seine Fahneninstallation (7. 3. bis 24. 4.) ein geeigneter "historischer Ort". Das Festival "Literatur im März" (10. bis 13. 3.) in der Kunsthalle wird sich mit "Islam und Abendland. Der Ursprung des Westens" beschäftigen, schilderte dessen Leiter Walter Famler. Zum Thema gibt es auch noch die Schau "Sheherazade (bzw. Fatima, Titel ist noch nicht fix, Anm.) ungeduldig" (1. bis 24. 4.) zu Konstruktionen von Weiblichkeit im Islam.

Das Prinzip der Prominenz

Mit seinem Programm will sich die Kunsthalle als "Ort der fröhlichen Aufklärung" profilieren, so Matt. Angesichts des "Gesetzes der großen Zahlen", das in der von Ausstellungen mit großen Namen geprägten Wiener Museumslandschaft gelte, wollen Kunsthalle und Kunstforum das Prinzip der Prominenz in der Kunst kritisch beleuchten - und das im "bisher größten Unterfangen" der Kunsthalle. "Superstars" (so der Titel der Schau) der Kunstszene, die das Ausstellungsgeschehen bestimmen, werden in Kunsthalle und Kunstforum hinterfragt und auf ihre "Starwerdung" untersucht. Mit dem Umgang mit dem Islam und dem Thema Superstars will Matt "verstärkt die Fragen aufgreifen, die uns unter den Nägeln brennen".

Bei "Lebt und arbeitet in Wien II", dem Nachfolger einer sehr erfolgreichen Kunsthallenschau, werden Kuratoren aus den New York, Tokio und Warschau (wo gleichzeitig Ausstellungen stattfinden werden) einen Blick auf Wiener Künstler werfen. Diese Ausstellung soll "keine Nabelschau" werden, betonte Matt. Die Schau "Das unmögliche Theater" (8. Juli bis 30. Oktober) beschäftigt sich mit dem Werk von u. a. Pawel Althamer und Tadeusz Kantor. Mit der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (T-B A21) in Wien ist eine Schau für den Sommer geplant, deren Finanzierung jedoch noch geklärt werden muss.

Bilanz in Zahlen

2004 verzeichnete die Kunsthalle, die auf Grund der finanziellen Lage einen Schließtag einführen musste und eine Großausstellung weniger auf die Beine stellen konnte, 172.000 Besucher (und damit weniger als im Vorjahr), einen wachsenden Anteil weiblicher Gäste (58,3 Prozent) und eine gute internationale Medienresonanz. Die nächste Schau stimmt optimistische Töne an: Am 22. Februar eröffnet Yang Fudongs "Don't worry, it will be better..." (bis 15. Mai).

Im Project Space am Karlsplatz stehen u. a. Aidas Bareikis (28. 1. bis 13. 3.), Antonio Riello (23. 3. bis 10. 4.), "Light/Image/Illusion" (8. 6. bis 3. 7) und in Kooperation mit der Architektur Galerie Berlin "Architektur und Kunst Dialoge" (7. bis 25. 9.) am Programm. (APA)


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