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„Es ist für mich jedenfalls wunderbar, dass ich schon wieder so einen massiven Schritt in eine neue Kulturzeit mitprägen darf“
Siegbert Janko
von
Irene Judmayer
Krönung eines Kulturlebens
Kultur hält jung. Den besten Beweis dafür liefert der Linzer Kulturdirektor Siegbert Janko: Man sieht es ihm nicht an, aber am 30. Jänner feiert der nimmermüde Kultur-Aktivist seinen 60er. Das Projekt der EU-Kulturhauptstadt Linz 2009 bezeichnet er im OÖN-Gespräch als ideales Karriereziel.

Siegbert Janko stammt aus St. Leonhard bei Freistadt. Seine Laufbahn begann er als Volksschullehrer in Liebenstein bei Liebenau und als Faustballer in der Jugend-Nationalmannschaft. Es folgten ein Jusstudium in Wien und 1976 die Anstellung an der Linzer Volkshochschule. Nach dem Ausscheiden von Heimrad Bäcker als Leiter der Bereiche Kunst, Literatur und Musik trat er dessen Nachfolge an. Aufgrund seiner vielfältigen Impulse - u.a. als Initiator des Projekts "Frauengruppen", Organisator von Friedensfesten und der vielbeachteten Aktion "Mühlviertel aktiv" - holte ihn der damalige SP-Bürgermeister Hugo Schanovsky Ende 1985 als Leiter des Kulturamts der Stadt Linz in das Rathaus. Im Jahr 1990 wurde Janko dann Kulturdirektor der aufstrebenden Stahl-/ Kulturstadt.

Dreißig Jahre Kulturarbeit

"Mein Credo war immer das unvoreingenommene Zugehen auf die Kunstschaffenden. Sie als Partner wahrzunehmen. Mit meinem Team für sie das bestmögliche zu tun. Dass dann irgendwann eine Entscheidung zu treffen ist, bei der sich jemand zu kurz gekommen fühlt, ist leider in diesem Beruf unumgänglich."

Als engagiertes Gründungsmitglied der OÖ. Kulturplattform "KUPF" ist Janko auch bestens mit Basis-Arbeit vertraut. "An die dreißig Jahre bin ich jetzt im Bildungs- und Kulturgeschehen tätig. Ein alter Hase sozusagen!" Vor allem ein zäher Hase, was u.a. die Verhandlungen und Realisierung von AEC, Posthof, von Lentos, Wissens-Turm, Theater-Entscheidung und jetzt dem Großprojekt Kulturhauptstadt 2009 betrifft.

Ein mächtiger Schlusspunkt hinter seine berufliche Tätigkeit: "Das kann man wohl sagen. Zunächst noch ein Blick zurück: Die Zeit des Aufbruches nach den 68ern habe ich sehr aktiv mitgestalten dürfen. Ich war zum Glück mitten drin. Hatte auch die Möglichkeit, viel zu tun. Unsere Zeit - in der ja auch wir beide oft zusammen arbeiteten, war rundum spannend." Am spannendsten war für Janko dabei das Phänomen, dass Kunstschaffende und Kulturveranstalter in die Stadtentwicklung immer dermaßen aktiv eingebunden waren.

"Und zum Blick voraus: Das soll auch im Kulturhauptstadtjahr so bleiben. Wobei der Schwerpunkt auf Konzepten von Perspektiven liegen wird. Titel: Linz. Labor der Zukunft".

Auf die OÖN-Frage, ob dieser doch sehr abstrakte Titel schon etwas konkretisiert werden könne, sagt Janko: "Das endgültige inhaltliche Konzept wird erst mit der Bestellung der Intendanz erarbeitet."

Erfüllend und befriedigend

Definiert sei aber schon eine Leitlinie: "Nach 2009 soll Linz auf einem neuen Kulturlevel sein. In Weiterentwicklung unseres sehr guten Potentials. Anfang März wird jedenfalls die GmbH gegründet, um handlungsfähig zu werden." Auf 2009 hin intensiviert werde das Projekt "Kunstexport", bei dem die Stadt Auslandsprojekte von Kunstschaffenden unterstützt.

"Es ist für mich jedenfalls wunderbar, dass ich wieder so einen massiven Schritt in eine neue Kulturzeit mitprägen darf." - freut sich Siegbert Janko über die Arbeit am Projekt 2009. Das trifft auch seinen persönlichen Geburtstagswunsch nach "beruflich möglichst befriedigenden und erfüllenden weiteren Jahren."

Und dem steht mit der absehbaren Realisierung der EU-Kulturhauptstadt als Krönung seines prallen Kulturlebens wohl nichts mehr im Weg.

Unterschiedliche Blicke auf einen Kulturaktivisten Fotos: Janko

OÖnachrichten vom 18.01.2005
 
   



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