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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
21. Jänner 2005
15:28 MEZ
Detail-Informationen zu den beiden Ausstellungen unter (0)662 842220-0 oder auf der Webseite des Museums der Moderne
 
"Ernst Haas - eine Welt in Trümmern"
Fotoausstellung im Rupertinum zeigt Wien unmittelbar nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs

Salzburg - Mit "Ernst Haas - eine Welt in Trümmern" eröffnet das Salzburger Museum der Moderne im Rupertinum am Sonntag eine spektakuläre Fotoausstellung. Der weltbekannte Wiener Star-Fotograf Ernst Haas hat nicht nur die legendäre Serie "Heimkehrer" in den Jahren 1945 bis 1948 in Wien fotografiert, sondern außergewöhnliche Blicke auf die Menschen der Stadt unmittelbar nach der Katastrophe des Krieges geworfen.

Vintage Prints

"Eine Welt in Trümmern" besteht aus 150 so genannten Vintage Prints, also alten Originalabzügen. Diese Fotoantiquitäten über die krasse Nachkriegsrealität in Wien sind teilweise sogar signiert und haben Haas die Türe zu einer internationalen Fotografen-Karriere in Paris und später beim Life-Magazin in New York geöffnet. Haas schärft den Blick für den magischen Moment.

Seine Menschen und zwischenmenschlichen Situationen in einer Stadt, die versucht, sich wieder aufzuraffen, sind in Augenblicken großer emotionalen Dichte abgelichtet. Der Kampf um Essen, der Schwarzmarkt, Angehörige vermisster Soldaten und die tiefe Depression auf den Schutthaufen zerbombter Geschichte stehen dem optimistischen Aufbruch erster Kasperl-Theater-Vorführungen, Fußballmatches und neu verliebter Menschen am Ringelspiel gegenüber und suggerieren intensive Nähe zu diesem wenig dokumentierten Teil österreichischer Zeitgeschichte.

Noch zu Lebzeiten des 1986 gestorbenen Fotografen hat sich das Rupertinum um diese Fotos bemüht, 1990 wurden sie von der österreichischen Fotogalerie, die ja dem Land Salzburg und dem Bund gehört, gekauft. Die Sammlung ist in dieser Form noch nie gezeigt worden.

Ergänzende Parallel-Ausstellung "Metropolis"

Parallel dazu eröffnet das Museum der Moderne die Ausstellung "Metropolis - das Bild der Stadt". Die vom Museum für Moderne Kunst in Valencia übernommene Schau besteht aus 100 Grafiken, Ölbildern, Skulpturen, Plakaten, Montagen und Fotos unterschiedlicher Künstler wie Josep Renau Berenguer, George Grosz, John Heartfield, Horacio Coppola oder Gerhard Rühm.

Sie alle haben versucht, das Phänomen Stadt - beginnend in der 30er Jahren bis in die 70er Jahre - zu erfassen. Die stilistisch und technisch meist heterogenen Collagen entsprechen der Künstler-Sicht auf die Stadt als Gemisch von Ideen, das auf seine Menschen sowohl konstruktiv befruchtend als auch destruktiv wirken kann. Überwiegend wird jedoch der Zerfall der urbanen Illusion durch sozial zerstörerische Kräfte in den Mega-Metropolen thematisiert. (APA)


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