
Bei seinen Arbeiten, die er in Graz zeigt, spielt Redl mit dem Widerspruch des sakralen Steins und profanen Persönlichkeiten. Persönlichkeiten, die man überall finden kann, ohne nach ihnen gesucht zu haben: ein Arbeiter im Overall, eine Frau mit einem fehlenden Finger und einem vom Knie abwärts amputierten Bein - sie alle seien in Marmor "traditionell nicht darstellungswürdig gewesen". Ein Umstand, mit dem Redl und sein Meißel aufräumten. Das Konterkarieren von Kunst, die sich selbst zu ernst nimmt, setzt sich in den Titeln fort: Literaturverweise locken auf Pfade von "staubtrockener Kunsttheorie" (Redl). Eingefärbt wird der Stein mit Schuhpasta. "Damit man sie pflegen muss wie Zimmerpflanzen." (cms/DER STANDARD, Printausgabe, 20.04.2005)