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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
26. Mai 2005
20:19 MESZ
Public Netbase wird zu "Netbase!"
Neustart in kleinerem Lokal - "Die Situation ist für das verbleibende Team unverändert schwierig"

Wien - Die Netzkulturinitiative Public Netbase wird sich, nach jahrelangem Kampf gegen Förderungskürzungen und zuletzt der vorläufigen Stilllegung, unter dem geänderten Namen "Netbase!" neu positionieren. In einem kleineren Lokal soll ein "offener Raum" entstehen, der "für kulturellen Austausch und künstlerisches Arbeiten zur Verfügung steht", hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Dies sei ein "Versuch, mit der Situation produktiv umzugehen".

Die von Konrad Becker geleitete Initiative wird aus ihrem Zwischenquartier in der Burggasse, das nach dem unfreiwilligen Auszug aus dem MuseumsQuartier benützt wurde, aus- und in ein kleineres Lokal in der Neustiftgasse 17 umziehen.

Diskurs- und Projektaktivitäten

Im Mittelpunkt der Neupositionierung werden Diskurs- und Projektaktivitäten stehen. Diese sollen vor dem Sommer vorgestellt werden. Bereits im Juni gibt es ein zweitägiges internationales Symposium zu Fragen der demokratischen Beteiligung im Zusammenhang mit Stadtentwicklung und Kommunikationstechnologien mit Teilnehmern aus Südostasien. Für den November ist im Rahmen eines EU-Programms das "World Information City Festival" in Indien geplant.

Die Netzkultur-Initiative beschäftigt sich auch weiterhin kritisch mit Fragen der technologischen Kontrollgesellschaft, semiotischer Demokratie, geistigem Eigentum und dem freien Zugang zu Information und Bildung, hieß es in der Aussendung. Von der "Netbase!" nicht wieder aufgenommen wird das zuletzt eingestellte Internetproviding, ebenfalls nicht mehr am Programm stehen die regelmäßigen Workshop- und Seminarangebote.

Motivator: Bedeutung unabhängiger Medienkulturarbeit

"Die Situation ist für das verbleibende Team unverändert schwierig", so Becker in der Aussendung. "Doch die Bedeutung unabhängiger Medienkulturarbeit ist wichtiger denn je und uns allen daher eine große Motivation". Die "Netbase!" richte sich an Kunst- und Kulturschaffende und "an all jene, die einen großen Bedarf an selbstverwalteter Infrastruktur aufweisen". Man wolle bis zu den Neuwahlen in Wien und auch auf Bundesebene "durchtauchen. Dann werden die Karten neu gemischt", so Sprecher Martin Wassermair.

Der Bund zahlt seit heuer keine Subventionen mehr an Public Netbase. Von diesem hat die stark regierungskritische Public Netbase nach eigenen Angaben zuletzt für das Jahr 2004 35.000 Euro erhalten. Von der Stadt bekommt die Initiative 218.000 Euro Förderung. (APA)


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