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Die Schatzkammer Deutschlands
Nach sieben Jahren Umbau: Tempel der Künste eröffnet
Wie ein barockes Schiff schiebt sich das Bode-Museum in die Spree, das als Teil der 1,5 Milliarden Euro teuren Sanierung der Berliner Museumsinsel wiedereröffnet wurde. Als Teil eines weltweit einzigartigen Kulturzentrums.

Jahrelang war es still um das nördlichste der fünf Ausstellungsgebäude auf der Berliner Museumsinsel. Da wurde nämlich restauriert. Ab 17. Oktober wurde es quicklebendig im und um das Haus: Tausende Kulturinteressierte besuchten das Skulpturenmuseum, das Museum für Byzantinische Kunst, das Münzkabinett und die Werke der Gemäldegalerie.

Unesco-Welterbe

Dies alles findet sich in dem 1904 als Kaiser-Friedrich-Museum eröffneten Museum, das mit den vier anderen auf der Spreeinsel im Herzen der deutschen Hauptstadt zu den Staatlichen Museen zu Berlin gehört. 1999 wurden sie von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Bis 2015 sollen die in den Jahrzehnten der DDR vergammelten Häuser Stück für Stück renoviert und zu einem weltweit einzigartigen Kulturzentrum werden.

Den Anfang hatte die Alte Nationalgalerie gemacht, mit Malerei und Skulpturen des 19. Jahrhunderts sowie archäologischen Sammlungen. Dann kam das Bode-Museum dran. Mit dem 152 Millionen Euro teuren Umbau wurde der Wiener Architekt Heinz Tesar beauftragt.

Das Haus hatte "böse Überraschungen für uns bereit", sagt Klaus-Dieter Lehmann, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Die Mauern waren feucht, alle Stahlträger korrodiert, der Stuck musste abgenommen werden. Man habe den ersten Direktor des Hauses, Wilhelm von Bode, "verstanden, aber nicht kopiert", sagt Lehmann. So sind die 66 Räume nicht voll mit Skulpturen, sondern man lässt sie wirken.

Zu Mauerzeiten war die Skulpturensammlung zerrissen in Museen Ost- und Westberlins zu sehen. Nun ist diese dank der Sammelleidenschaft der Großen Kurfürsten umfangreichste Sammlung von der ausgehenden Antike bis zum Klassizismus wieder vereint. Der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster, spricht von einem "öffentlichen Schloss in der Mitte Berlins". Die Museumsinsel sei nun wieder in ihrer ganzen Ausdehnung von einem Quadratkilometer "als lebender Organismus" wahrnehmbar. 2008 wird das Neue Museum mit der ägyptischen Sammlung und der berühmten Nofretete-Büste wiedereröffnet. Dann soll mit der Renovierung des Pergamonmuseums begonnen werden, wo sich der gleichnamige Altar und das berühmte Ischtartor befinden. 2012 will man mit den Arbeiten am Alten Museum mit der Antikensammlung anfangen.

12.000 Besucher pro Tag

Ein Masterplan sieht eine "archäologische Promenade" vor, die vier der Museen unterirdisch verbinden soll.

Als letztes Vorhaben soll ein neues Gebäude für Shops, Cafés und Vortragssäle vom britischen Architekten David Chipperfield gebaut werden. Museen-Präsident Lehmann appelliert schon jetzt, dieses Projekt vorzuziehen: Schon 2009 wird mit 12.000 Besuchern pro Tag gerechnet: "Das ist eine Kleinstadt ..."

Wie ein Schiff ragt das wiedereröffnete Bode-Museum, Teil der Berliner Museumsinsel, in die Spree. Fotos: Reuters (4), dpa (2)

Rund 1900 Kunstschätze beherbergt das Bode-Museum.

OÖnachrichten vom 24.10.2006
 
   



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