Graz - Erstmals seit dem 55-jährigen Bestehen des Grazer Künstlerhauses hat der neue Leiter Werner Fenz am Mittwoch bei einer Pressekonferenz ein Jahresprogramm vorgestellt. Damit soll dem Haus am Burgring "Profil und Charakter" verliehen werden, so Kulturlandesrat Kurt Flecker (S). Unter den fünf Ausstellungen wird auch eine Künstlergruppe aus Slowenien vertreten sein.
"Raum für nicht institutionalisierte Kunst" schaffe das Künstlerhaus, so Flecker. Nun soll Fenz dem Ausstellungsraum eine durchgängige Linie geben. Für das zweite Halbjahr 2007 sind vier Ausstellungen des Landesmuseums Joanneum, dem das Künstlerhaus organisatorisch zugeordnet wird, geplant. Für jede Ausstellung werden 10.000 Euro an Budget seitens des Kulturressorts zur Verfügung gestellt.
Den Programmauftakt macht die Gruppe G.R.A.M. mit "China entdecken" (1. Juni bis 15. Juli). Rund 5.000 Projektionen sollen im abgedunkelten Raum ein flimmerndes Panorama des asiatischen Großstaates darstellen. Die Künstler Martin Behr und Günther Holler-Schuster sammelten bei ihrem dreimonatigen Aufenthalt in China nicht nur das umfassende Bildmaterial, sondern auch zeitgenössische chinesische Musik, die als Untermalung dienen wird.
Ab 27. Juli stellen sieben junge slowenische Künstler und Künstlerinnen ihre jeweils unterschiedlichen Kunstbegriffe in "Land(e)scape" zur Diskussion. Es werden Rauminstallationen und Laboratorien eingerichtet, die den Blick der Künstler auf ihre Lebensrealität richten.
Die vor zehn Jahren in Graz gegründete Künstlergruppe "alien productions" präsentiert ab Mitte September den "Gedankenprojektor". Die Ausstellung ist eine Anlehnung an Nikola Teslars 1893 entwickelte, aber nie realisierte Apparatur, mit der man Gedanken fotografieren könne. Die Künstler wollen auf einer zentralen Projektion in der "Apsis" des Hauses Bilder von der Retina diverser Besucher abbilden und in das Internet stellen. Eine "Überwachungssituation im Netz" soll geschaffen werden, so Fenz.
Zum Abschluss stellt das Künstlerpaar PRINZGAU/podgorschek "Weg mit dem Ziel" aus. Die Präsentation soll sich mit der "sakralen Raumsituation" des Künstlerhauses auseinander setzen, genaueres zum Konzept werde derzeit noch ausgearbeitet, so Werner Fenz. Zwischen den einzelnen Präsentationen zeigt Wolfgang Becksteiner "Kunst schafft Grenzen" mit Interventionen an den Außenseiten des Künstlerhauses. (APA)