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Kunstberichte

Den Betrachter anregen

Der Maler Christoph Kiefhaber ist stets auf der Suche nach dem Neuen
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- Der Maler Christoph Kiefhaber.  Foto: Ellenbogen

Der Maler Christoph Kiefhaber. Foto: Ellenbogen

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- Christoph Kiefhaber: „Wien ist doch nicht anders“.  Foto: Kiefhaber

Christoph Kiefhaber: „Wien ist doch nicht anders“. Foto: Kiefhaber

Von Michael Ellenbogen

Aufzählung Anregungen durch Kultur der Indianer.
Aufzählung Tiefe Liebe zu alten Symbolen.

Wien. Eine Zeitreise durch die Vielfalt der Farben, Formen, Körper und Antlitze in vergangene Epochen sind die Folge einer intensiven Auseinandersetzung mit den Werken des österreichischen Malers und Graphikers Christoph Kiefhaber. Er vermag dem sensiblen Auge die Chance einer Begegnung mit der unendlichen Tiefe der eigenen Fantasie zu schenken.

Das Tor in die Welt der Seele, die dann in der Lage ist, sich mit Pinsel und Palette in Farben auszudrücken, durchschritt Christoph Kiefhaber bereits mit 13 Jahren in der "Schule des Sehens" bei Oskar Kokoschka, wo er den Einstieg in die Magie der Malerei erlebte. Die Inspiration führte den geborenen Salzburger zu den Ursprüngen der Spezies.

Urgeschichte und Indianer

"Mich hat die Urgeschichte fasziniert, nicht die Antike", verrät der Farbenzauberer im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Wobei auch die Kulturgeschichte der Indianer die Träume besonders beeinflussten und ihn dazu bewog, sich mit einer Mexikoreise zur Mayakultur einen Jugendtraum zu erfüllen.

Die Faszination, die von dieser Kultur ausgeht, von der nur mehr Fragmente erhalten sind, motivierte Kiefhaber, sich ein Jahr intensiv mit ihr auseinanderzusetzen. Dabei erlernte er auch das Alphabet des Volkes, um vor Ort in Stein verewigte Botschaften lesen zu können – doch: "Als wir uns am Ziel befanden, stellte ich fest, dass dies nicht mehr die Welt war, die ich gesucht hatte. Für mich haben diese Stätten alle tot gewirkt, nichts war mehr da von dem Mythos dieses rätselhaften Volkes", erinnert sich der "Traumfänger".

Sein Interesse fokussierte sich als Folge auf "tote Gegenstände", deren Aussagen durch die Form der Gestaltung für Fremde schwer verständlich sind. Doch gelangten die Signale dieser Kultur in sein Bewusstsein.

"Die Verewigung von Heroen, Göttern auf Stelen, ist etwas, das zu Neuem anregen könnte", analysiert er seine Erfahrung. Der Blick auf eine Stele ermöglicht dem Betrachter Einblick in die Seele des von uns Gegangenen. Die Indianer Nordamerikas glaubten, dass ihr Ahn sie erst verlassen würde, wenn sein Totem in sich zusammengefallen war.

Die Faszination der Stele entwickelte sich für den Maler zu einer ganz eigenwilligen Gestaltungs- und Ausdrucksform, durch die neue Ansichten, Träume, Sinneswelten für den Betrachter zugänglich gemacht werden. Einen anderen, wenn auch nicht unverwandten Einfluss in seiner Entwicklung schreibt der Künstler Pablo Picasso zu, der ähnliche Werke schuf.

Ein Schlüsselerlebnis, dass seine Liebe zu alten Symbolen erklärt, war der Fund eines keltischen Trichters im Alter von neun Jahren. "Bestimmte Erlebnisse bleiben im Unterbewusstsein bestehen und beeinflussen das Schaffen, so auch bei mir", erklärt der Maler.

Als schöpferische Triebfeder bezeichnet der Wahlwiener seinen Drang immer Neues zu entdecken, um es in seine Arbeit einfließen zu lassen. Daher eröffnet die Vielfalt seiner Ausdrucksformen eine neue Dimension des Betrachtens, die besonders für gefühlsbetonte Betrachter zu einer unvergesslichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich wird.

Dienstag, 27. November 2007


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