Zeitschrift
springerin 4/01. Future Worlds
- Österreich, Wien
Verlag: Folio Verlag
1029-1830
Herausgeberschaft: springerin. Hefte für Gegenwartskunst
Erwähnung: Martin Beck, Andrea van der Straeten, Georg Schöllhammer, Christian Höller, Yvonne Volkart, Keiko Sei, Vera Tollmann, Herwig G. Höller, Thomas Edlinger, Klaus Ronneberger, Nebojsa Jovanovic, Sergio Bologna, Jason Simon, Villö Huszai, Jaques Attali, David Toop, Tania Förster
Umfangsangabe: [96] S. : zahlr Ill // »Kann man einen »Ort« gestalten, an dem die neuen Selbständigen einen Teil ihrer Bedürfnisse nach Identität und Kultur, Kommunikation und wechselseitigem Beistand befriedigt finden, ihre Vision einer »polis« zum Ausdruck bringen und damit beginnen können, eine Stadt im Maßstab ihrer Bedürfnisse und Wünsche zu projektieren?« Diese Frage wirft Sergio Bologna, der große Mailänder Analytiker des gegenwärtigen Wandels von Lebens- und Arbeitsverhältnissen im postfordistischen Westeuropa, in einem von ihm mitgeschriebenen, utopischen Konzept für eine radikale Neukonzeption des Lebensraumes dieser Klasse auf, das wir in dieser springerin erstmals veröffentlichen. Bologna schließt mit einem Aufruf: »Wenn alle Dimensionen des politischen Handelns zu klein sind - und das ist eben der Fall für die neuen Arbeitsformen - kann nur die Dimension der Utopie realistisch sein.« Gegenwärtig zirkulieren im Kunstbetrieb eine Vielzahl von Rückgriffen auf utopistische Konzepte des Modernismus. Re-Kombinationen von Future-World-Fantasien der sechziger und siebziger Jahre sind in allen kulturellen Feldern in Mode gekommen. Die Frage nach anderen Formationen und anderen Konditionen des Gesellschaftlichen wird in ihnen oft zugunsten eines futurologischen Formen-Eskapismus unterdrückt. Auf einer anderen Ebene scheint sie damit aber dennoch aufgeworfen: der des Raumes nämlich. Je mehr klar wird, dass zum Beispiel der im U.S.-amerikanischen Post-September neuformierte Nationalismus mehr als die reaktionäre Farce auf die transnationale Verflechtung von Kapitalagglomerationen ist, je mehr klar wird, dass die Idee von einer ästhetischen und politischen Autonomie der Lebensstile und -praxen den neuen politischen Kontroll- und Überwachungsphantasien im Weg steht, desto mehr wird evident, dass es eines neuen Ansatzes bedarf, um den globalen und räumlichen Übermächtigungsritualen des Spätkapitalismus gegenzuarbeiten. Die neue Herausforderung ist nicht allein eine des Umgangs mit den internen Problemen kultureller Identität oder den vielschichtigen Subjektpositionen, die auf eine Frage der Artikulation hinausläuft, auf das Gehörtwerden. Sie ist vielmehr eine Herausforderung des Raumes, in dem sich diese eigentlich unvereinbaren Wünsche des Subjektes nach Artikulation überlagern. Wenn Bill Ayers, ehemals Mitglied der 1969 gegründeten aktivistischen Bewegung »Weather Underground« und jetzt Professor in Chicago, in diesem Heft historische Phasen symbolischer Widerstandspolitik Revue passieren lässt, dann auch um darüber nachzudenken, welches veränderte Szenario KritikerInnen der offiziellen U.S.-Politik seither vorfinden, und von welchen Kriterien eine Kritik in Hinkunft geleitet sein kann. Entgegen allen jüngsten Manifestationen einer No-Past-Philosophie geht es in Future Worlds, in Beiträgen, wie dem von Jason Simon, der die historischen Transformationen eines Korridors in Harvard fotografisch dokumentiert, oder dem von Andrea van der Straeten - über »Gerüchtekliniken« und die Fiktion gesellschaftlicher Ruhigstellung im Nachkriegsamerika - auch darum, nachdrücklich auf die heuristische Kraft historischer Analyse hinzuweisen. Jacques Attalis und David Toops Essays über Geschichte und ästhetische Praxis eines der identitätsproduzierenden Labels der Gegenwart, der elektronischen Musik, Nebojsa Jovanovic´s Text über Krieg, Kunst und Trauma in einem Protektorat, Tanja Försters Reportage über ein Kunstfestival im Nachbürgerkriegs-Beirut, der Blick in Szenepolitiken Ungarns und Russlands oder auf ein Video zweier junger Künstler über urbane Kontrollsysteme in London beschreiben gegenwärtige Formationen und Konditionen eines Raums, in dem Bologna die Modelle für seine politische Utopie sich entwickeln sieht - des kulturellen Raums. [Quelle:www.springerin.at/]
- Reinhard Braun: Jochen Becker: Urban Control – Belfast von »hier« aus, 2001
- Jan Verwoert: Timewave Zero/ The Politics of Ecstasy, 2001
- Roger M. Buergel: Fiktives Klassenbewusstsein, 2001
Dieses Objekt befindet sich im Archiv der basis wien [6.00.SPRIN.024]. Standort 1150 Wien. Kontakt: T +43 (0)1 5226795, office@basis-wien.at
- Televisions - Kunst sieht fern, 18.10.2001 – 06.01.2002, Kunsthalle Wien, Österreich, Wien, Pipilotti Rist (Installation), Martin Beck (Video), Julian Rosefeldt (Videoinstallation), GALA Committee (Malerei), Astrid Herrmann, Dorit Margreiter, Gerwald Rockenschaub, Nam June Paik, Christoph Schlingensief, Vito Acconci, Hans-Christian Dany, Haim Steinbach, Thomas Demand, Raymond Pettibon, Joseph Zehrer, Martin Kippenberger, Harun Farocki, John Miller, Sanja Ivekovic, Tobias Rehberger, John Baldessari, Barbara Kruger, Tracey Emin, Paul Graham, Philippe Parreno, General Idea, Richard Prince, William Wegman, David Shrigley, Martha Rosler, Van Gogh TV, Sophie Calle, Nan Goldin, Tony Oursler, Justin Hoffmann (Kurator/in), Joshua Decter (Kurator/in), Christoph Schäfer, Ursula Rogg, Richard Serra, Dara Birnbaum, Maurizio Cattelan, Klaus Vom Bruch, Louise Lawler, apsolutno, Candice Breitz, Carrie May Weems, Christian Jankowski, Keith Haring, Chris Burden, Laurie Simmons, Zhang Peili, Muntadas, Wolfgang Staehle, Daniel Pflumm, Christine Hill, Jessica Diamond, Jonathan Horowitz, Jan Dibbets, Olav Westphalen, Alexander Kluge, Larry Clark, Allan McCollum, Dike Blair, Michael Smith, veech.media.architecture, Peter Dombrowe, Ant Farm, Art Club 2000, Michel Auder, Mark Bennett, Ashley Bickerton, Miguel Calderón, Sarah Charlesworth, Do-Foundation, Andrei Ujica, Simon Grennan, Christopher Sperandio, Jim Isermann, Sean Landers, LOT/ek, Miltos Manetas, Paper Tiger Television, David Reeb, Ilene Segalove, Joshua White, Doron Solomons, Szuper Gallery, TVTV, Måns Wrange, Abetz / Drescher, Gabriele Mackert (Organisation)
- Vera Frenkel. Body Missing, 15.11.2001 – 15.01.2002, Lombardi - Kargl, Österreich, Wien
- Werner Kaligofsky, 11.08.2001 – 07.10.2001, Taxispalais Kunsthalle Tirol, Österreich, Innsbruck, Reinhard Braun (Rede), Werner Kaligofsky
- Six Degrees of Separation, 20.09.2001 – 20.10.2001, Kunsthalle Exnergasse, KEX, Österreich, Wien, Harald Hund (Video), Paul Horn (Video), Christian Hutzinger, Constanze Schweiger, Lotte Lyon, Judith Fischer, Christoph Schmidberger
- sturm der ruhe. what is architecture?, 2002 – 04.03.2002, ArchitekturZentrum Wien, Az W, Haus-Rucker-Co, Österreich, Wien, Sissi Farassat, Elfie Semotan, Heinz Frank, Donald Judd, Gerhard Merz, Eichinger oder Knechtl, Adolf Loos, Jeremy Edwards
Archivarische Verzeichnung: