Zeitschrift
springerin 3/06. Working Poor
- Österreich, Wien
Verlag: Folio Verlag
1029-1830
deutsch
Herausgeberschaft: springerin. Hefte für Gegenwartskunst
Erwähnung: Christa Benzer, Cordula Daus, Chto Delat, Petra Erdmann, Süreyyya Evren, Christiane Fricke, Marina Gržinic, Dietrich Heissenbüttel, Christian Höller, Jens Kastner, Alexander Koch, Alessandro Ludovico, Christina Nemec, Ana Peraica, Ileana Pintilie, Klaus Ronneberger, Hedwig Saxenhuber, Dietmar Schwärzler, Ruth Sonderegger, Vera Tollmann, Ingo Vetter, Monika Vykoukal, Annette Weisser, Tanja Widmann, Christopher Williams, Krystian Woznicki
Umfangsangabe: 96 S. : zahlr. Ill. // Armut und soziale Benachteiligung gehören allenfalls zu den thematischen Randbereichen der Gegenwartskunst. Zwar hat die Repolitisierungswelle der letzten Dekade vielerlei sozial engagierte Ansätze hervorgebracht. Doch ergehen sich diese meist eher in einer Art Wohlfahrtskunst anstatt analytische, künstlerische-ALS-politische Kategorien zu entwickeln. Selten nur kommen dabei die gesellschaftlichen Verhältnisse en gros, geschweige denn die Lebensumstände des unteren Drittels der arbeitenden Bevölkerung in den Blick. Die vorliegende Ausgabe fragt nach der Relevanz der Kategorie »Working Poor« – nicht nur im Hinblick auf gesamtgesellschaftliche Produktionsverhältnisse, sondern speziell auch in Bezug auf ihre kulturellen Verkörperungen. Gerne ist heute von der »Prekarisierung« aller sozialen Sicherheiten die Rede, doch was bedeutet dies für die davon innerhalb wie außerhalb des Kulturbereichs Betroffenen? Der italienische Theoretiker Paolo Virno befasst sich länger schon mit der laufenden Umstrukturierung der Arbeitsbeziehungen, und im Interview mit Klaus Ronneberger erklärt er, wie aus der gerne beschworenen »prekarisierten Multitude« ein zündender politischer Funke entstehen könnte. Beiträge zum Wandel des Bildes ehemals sozialistischer ArbeiterInnen sowie die anstehende Aktualisierung der Frage »Was tun?«, in diesem Fall veranschaulicht durch eine Aktion der russischen KünstlerInnen-Gruppe Chto delat, runden diese Sektion ab. »Working Poor« als Ausgangspunkt führt unweigerlich zu der Frage nach den Parametern einer Kunst, die sich der umrissenen Thematik ohne Anmaßung und Sozialromantik stellt. Süreyyya Evren führt im Rückgriff auf Foucault eine Reihe von Kriterien an, die eine solche – schwer zu realisierende – Kunst idealerweise kennzeichnen. Begleitend gibt es Features zu Projekten über die neue venezolanische Arbeiter-Selbstverwaltung, über afro-europäische Beziehungen auf revidierter wirtschaftlicher Basis sowie zu einem stadtteilbezogenen Computerspiel mit dem Fokus Migration. Schließlich dokumentiert die Fotostrecke »Jax Carwash« von Annette Weisser und Ingo Vetter, inwiefern sich die Arbeitsverhältnisse in einer ehemaligen Hochburg des industriellen Kapitalismus (dem US-amerikanischen Detroit) verflüssigt haben. Das Syndrom »Working Poor« macht aber nicht Halt bei ehemals abgesicherten sozialen Positionen, und so ergibt der Blick über die hier diskutierten Kunstprojekte hinaus, dass die Kategorie längst nicht mehr milieumäßig einzugrenzen ist. [Quelle: www.springerin.at, 02.11.2017]
Dieses Objekt befindet sich im Archiv der basis wien [6.00.SPRIN.041]. Standort 1150 Wien. Kontakt: T +43 (0)1 5226795, office@basis-wien.at
- Kontakt. Aus der Sammlung der ERSTE Bank-Gruppe, 17.03.2006 – 21.05.2006, ERSTE Bank Group, Kontakt. Die Kunstsammlung der Erste Bank-Gruppe, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, MUMOK, Tranzit dielne, Österreich, Wien, Slovenská Republika, Bratislava, Marina Abramovic, Pawel Althamer, Cezary Bodzianowski, Heimrad Bäcker, Josef Dabernig, Carola Dertnig, VALIE EXPORT, Silvia Eiblmayr (Kurator/in), Stano Filko, Heinz Gappmayr, Tomislav Gotovac, Ion Grigorescu, Grupa Gorgona, Marina Gržinic, Tibor Hajas, IRWIN, Sanja Ivekovic, Šejla Kameric, Julije Knifer, Július Koller, Jirí Kovanda, Edward Krasinski, Denisa Lehocká, Malevich from Belgrade, Karel Malich, Ján Mancuška, Vlado Martek, Dalibor Martinis, Nicole Six & Paul Petritsch, Roman Ondák, Cora Pongracz, Georg Schöllhammer (Kurator/in), Walter Seidl (Kurator/in), Mladen Stilinovic, Branka Stipancic (Kurator/in), Adam Szymczyk (Kurator/in), Rasa Dragoljub Todosijevic, Milica Tomić, Peter Weibel, Heimo Zobernig, Jirí Ševcík (Kurator/in), Aina Šmid
- Clemens von Wedemeyer, 04.03.2006 – 07.05.2006, Kölnischer Kunstverein, Deutschland, Köln, Kathrin Rhomberg (Kurator/in), Clemens von Wedemeyer
- Mario Navarro. The New Ideal Line, 10.05.2006 – 11.06.2006, kunstraum Lakeside, Österreich, Klagenfurt, Mario Navarro
- Jo Spence. Beyond the Perfect Image, 31.03.2006 – 02.04.2006, Camera Austria, Österreich, Graz, Jo Spence
- Periferic 7 - Focussing Iasi. International Biennial for Contemporary Art, 12.05.2006 – 30.05.2006, Periferic 2006, România, Iasi , Luchezar Boyadjiev, Christine & Irene Hohenbüchler, Andrea Faciu, John Miller
- "blows into microphone: It is all right ? Voice off mike: It´s all right. Pause. h.f ", 30.03.2006 – 29.04.2006, Kunsthalle Exnergasse, KEX, Österreich, Wien, Morgan Fisher, Dani Gal, Renée Green, Achim Lengerer, Sharon Lockhart, Lisa Oppenheim, Michael Riedel, Michael Sackl, Giovanna Sarti, Nora Schultz, Vroni Schwegler, Michael Zryd, Andreas van Dühren
- Dave Hullfish Bailey. Elevator, 04.05.2006 – 25.06.2006, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession, Österreich, Wien, Dave Bailey
- Sexy Mythos. Selbst- und Fremdbilder von Künstler/innen - Ideas and Images of Artists, 08.04.2006 – 21.05.2006, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, NGBK, Deutschland, Berlin, Doris Berger, Christoph Giradet & Volker Schreiner, Kai Kaljo, Sabine Kampmann (Vortrag), Martin Kippenberger, Jean LeGac, Franziska Lesák, Tanja Ostojic, Antje Schiffers, Julia Schäfer, Thomas Sprenger, Mladen Stilinovic, Sibylle Zeh, Moira Zoitl, annette hollywood
- a world of pleasure to win, 18.02.2006 – 08.04.2006, dreizehn zwei, Österreich, Wien, Bernd Krauß, Daria Martin, Melanie Ohnemus (Kurator/in)
Archivarische Verzeichnung: