Werkobjekt
tx-reverse
Urheberschaft: Martin Reinhart, Virgil Widrich
A/D 2018, Kurzfilm, DCP, Farbe, 1:2,39 / "tx-reverse 360°": A/D 2019, Rauminstallation in 360°, 10K
Länge: 5 min. //
Was ist hinter der Kinoleinwand? Es verwundert nicht, dass Kino-im-Kino-Szenen oft in Horrorfilmen verwendet werden. Denn sie irritieren und beunruhigen, indem sie uns – die unbeweglichen, im gemütlichen Dunkel versteckten Betrachter – an unsere eigene fragwürdige Position erinnern. Was, wenn die Kräfte der unbegrenzten Vorstellungskraft durch die Leinwand hindurch in unsere Realität eindringen? Was, wenn der Zuschauerraum sich auflöst und mit ihm die vertrauten Regeln des Kinos selbst? Auf bisher nie gezeigte Weise zeigt "tx-reverse" diese Kollision von Realität und Kino und zieht seine Zuseher in einen Strudel, in dem die gewohnte Ordnung von Raum und Zeit außer Kraft gesetzt zu sein scheint.
Bereits in den 1990er Jahren erfand Martin Reinhart eine Filmtechnik namens "tx-transform", welche die Zeit (t)- und die Raumachse (x) im Film miteinander vertauscht. Normalerweise bildet jeder einzelne Filmkader den ganzen Raum, aber nur einen kurzen Moment der Zeit (1/24 Sekunde) ab. Bei tx-transformierten Filmen ist es jedoch genau umgekehrt: Jeder Filmkader zeigt die gesamte Zeit, aber nur einen winzigen Teil des Raumes – bei Schnitten entlang der horizontalen Raumachse wird so der linke Teil des Bildes zum "Vorher", der rechte Teil zum "Nachher".
20 Jahre nachdem Martin Reinhart und Virgil Widrich diese Filmtechnik erstmals in einem Kurzfilm einsetzten ("tx-transform", 1998), beschäftigen sie sich erneut mit der Frage, welche bisher ungesehene Welt bei der Vertauschung von Raum und Zeit entsteht, passenderweise gleich in einem Kino und in vollen 360°: Im Babylon Kino in Berlin filmten sie mit der OmniCam-360 an die 135 DarstellerInnen und berechneten aus diesem Material die Installation "tx-reverse 360°" für das ZKM.
Gewinner von 33 internationalen Filmpreisen! Konzept und Regie: Martin Reinhart, Virgil Widrich
- Kunst in Bewegung. 100 Meisterwerke mit und durch Medien. Ein operationaler Kanon, 14.07.2018 – 20.01.2019, E.A.T., Experiments in Arts and Technology, Zentrum für Kunst und Medientechnologie, ZKM, Deutschland, Karlsruhe, United States, Andreas Ammer, Arseny Avraamov , Nanni Balestrini, Banu Musa ibn Shakir, Vladimir Baranov-Rossiné, Gianfranco Baruchello, Joachim Baur, Robert Bean, Louis Bec, Samuel Beckett, Bell Laboratories, Hans Bellmer, Walter Benjamin, Joseph Beuys, Harald Bode, Vladimir Bonacic, Bertold Brecht, George Brecht, Robert Breer, Michel Bret, Bazon Brock, Earle Brown, Wojciech Bruszewski, Lucien Bull, Mary Ellen Bute, Luis Buñuel, John Cage, Thaddeus Cahill, Claude Cahun, Peter Campus, Miguel Chevalier, Henri Chopin, Henning Christiansen, Christo, Gerd Conradt, Hellmuth Costard, Edmond Couchot, Douglass Crockwell, Larry Cuba, Gabriele De Vecchi, Jean Baptiste Delaborde, Georges Demenÿ, Johanna Diehl, Charles Dockum, Christoph Dreher, Iris Drögekamp, Marcel Duchamp, Jean Dupuy, VALIE EXPORT, Charles Eames, Ray Eames, Harold Eugene Edgerton, F.M. Einheit, Sergej Eisenstein, Carolin Engel, Peter Faecke, Harun Farocki, Morton Feldman, Ferenc Ficzek, Monika Fleischmann, Sylvie Fleury, Masaki Fujihata, Ivan Ladislav Galeta, Arthur Ganson, Walter Giers, Frank Gillette, Jean-Luc Godard, Heiner Goebbels, Frank Halbig, Károly Halász, Mona Hatoum, Lynn Hershman Leeson, Gary Hill, Hu Jieming, Stephan von Huene, Pontus Hultèn, Ányos Jedlik, Ray Johnson, Joe Jones, Béla Julesz, Dieter Jung, Yeondoo Jung, Eduardo Kac, Mauricio Kagel, Airan Kang, Yoichiro Kawaguchi, On Kawara, Edward Kienholz, Frederick J. Kiesler, Athanasius Kircher, Jürgen Klauke, Michael Klier, Billy Klüver, Friedrich von Knauss, Kenneth C. Knowlton, Milan Knížák, Ferdinand Kriwet, Shigeko Kubota, Edmund Kuppel, LMS , Jacques Mahé de La Villeglé, David Larcher, Jacques-Henri Lartigue, Walther Lenertz, Alvin Lucier, Manu Luksch, Auguste Lumière, Louis Lumière, Len Lye, Ernst Mach, Frank Joseph Malina, Christian Marclay, Etienne Jules Marey, Chris Marker, Julie Martin, Norman McLaren, Franziska Megert, Olaf Metzel, Werner Meyer-Eppler, Miao Xiaochun, Manfred Miersch, Laurent Mignonneau, Dénes von Mihaly, Egbert Mittelstädt, László Moholy-Nagy, Manfred Mohr, Lutz Mommartz, Robert Moog, Daniel Muszka, Michael Naimark, Werner Nekes, Jean-François Nicéron, PIPs:lab, Nam June Paik, Pier Giorgio Perotto, Zdenek Pešánek, Walter Pichler, František Pilat, Sergio Prego, Raymond Queneau, Raindance Foundation, Gunter Rambow, Man Ray, Martin Reinhart, Ki-bong Rhee, Józef Robakowski, Ulrike Rosenbach, Boris Rosing, Dieter Roth, Luigi Russolo, Zbigniew Rybczynski, Otto Rössler, Oskar Sala, Scenocosme, Pierre Schaeffer, Hermann Scherchen, Ira Schneider, Ruth Schnell, HA Schult, Buky Schwartz, Konrad Balder Schäuffelen, Nicolas Schöffer, Paul Sermon, Richard Serra, Claude Shannon, Paul Sharits, Jeffrey Shaw, Michael Snow, Christa Sommerer, Stelarc, Stephen & Timothy Quay, Karlheinz Stockhausen, Wolfgang Strauss, Bertalan Székely, Aldo Tambellini, Tamás St.Turba, Leon Theremin, Jean Tinguely, Thomas Tode, Gianni Toti, Timm Ulrichs, Olivier Vallet, Stan Vanderbeek, Steina Vasulka, Woody Vasulka, Otakar Vavra, Dziga Vertov, Peter Vogel, Wolf Vostell, Michel Waisvisz, Tamás Waliczky, Franz Erhard Walther, Peter Weibel (Kurator/in), Robert Whitman, John Hay Whitney, Virgil Widrich, Robert Wilson, Wozniak, Iannis Xenakis, La Monte Young, Edward E. Zajac, Zhang Peili, Sigfried Zielinski (Kurator/in), Peter Zimmermann
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