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Die Schwazer Kunstbeiräte geben auf. Grund: Ihre Anregungen werden von den politischen Entscheidungsträgern ignoriert.

SCHWAZ. Die Idee, ein beratendes Organ zu installieren, kam aus der lokalen, mit dem Status quo unzufrieden Künstlerschaft. Martin Janda, der Leiter der Städtischen Galerie Schwaz, die Kunsthistoriker Markus Neuwirth und Marion Piffer-Damiani, der Leiter des Architekturforum Tirol, Arno Ritter, und die Schwazer Architektin Margarethe Heubacher-Sentobe bildeten das Gremium, das sich als Anwalt der zeitgenössischen Kunst verstand, mit dem Ziel, die städtische Kultur in Schwaz zu heben.

Minibudget

Doch allzu bald schon wurden die fünf Beiräte auf den Boden der Wirklichkeit zurückgeholt. Das Minibudget ließ statt der geplanten monatlichen Sitzungen nur vier pro Jahr zu. In ihnen galt es an den Beirat herangetragene Beurteilungen zu treffen, über Ankaufsansuchen zu entscheiden. Doch die Beiräte wollten mehr. Sie wollten aktiv werden, Zeichen setzen. Spätestens in einer ersten Ausstellung in der Städtischen Galerie im März 2001 erfuhren die Schwazer, um welche Art von Kunst es hier ging. Sie sollte avantgarde sein, aus Schwaz stammen oder mit Schwaz etwas zu tun haben. Das Ankaufsbudget, das die Stadt dafür locker machte, betrug jährlich ganze 5000 Euro.

Ein weiteres Anliegen des Beirats war, eine gewisse Summe aller städtischen Bauausgaben in einen Topf für Kunst im öffentlichen Raum zu werfen. Dieses hätte erstmals beim Neubau der Schwazer Freiheitssiedlung angewendet werden sollen.

Ein Wettbewerb wurde veranstaltet, eine klare Juryentscheidung getroffen. Die Umsetzung scheiterte allerdings am Widerstand einiger Bewohner. Was die Kunstbeiräte damals besonders gestört hat, war, dass "nicht sachlich diskutiert, sondern populistisch agiert wurde", so Arno Ritter.

Wettbewerbe

Die Stadt vermied ab diesem Zeitpunkt jeden Kontakt mit dem Kunstbeirat. In die Überlegungen zur Umgestaltung der Spitalskirche wurde der Beirat erst gar nicht einbezogen. Der ausschlaggebende Anlass für den Kunstbeirat zurückzutreten war allerdings die Ausschreibung des Wettbewerbs für die Garage an der Westeinfahrt von Schwaz, in die der Beirat ebenfalls nicht involviert wurde. "Nun wissen wir, wir werden nicht ernst genommen, die Kunst wird nicht ernst genommen, es geht im alten Schema weiter", so Ritter im Namen seiner Beiratskollegen.

Der Schwazer BM Hans Lintner ist vom Rücktritt des Kunstbeirats "total überrascht", ortet ein "mimosenhaftes Gehabe". Wie es nun weitergeht, müsse der Kulturausschuss entscheiden.
2003-04-10 17:07:47