"Nicht ausdrücklich 'politisch engagierte' Kunst" wurde ausgewählt, so Kintisch, die betont, dass sich künstlerischen Positionen von einer Beschäftigung mit den "komplexen und widersprüchlichen Realitäten der zeitgenössischen Welt" zeugen. "Sie sind wie wir alle genauso innerhalb einer Situation des Umbruchs, versuchen sich zu orientieren und mit dem Aufkommen neuer Trends fertigzuwerden. Letztlich stehen sie wie ihre Künstlerkollegen im Westen vor den gleichen Problemen - wie etwa der Unterscheidung von Wahrheit, Realität und Hyperrealität."
OHO
Die legendäre slowenische Künstlergruppe OHO, aktiv zwischen 1966 und 1971, griff, beeinflusst von der Pop-Art, auf gewöhnliche Alltagsgegestände und Verfahrensweisen der Massenproduktion zurück. Ein weiterer wichtiger Einfluss war die Arte-povera und esoterische Theorien. OHO ist in der Bawag Foundation mit Fotografien vertreten. Von Julius Koller, 1965 Verfasser von "Antihappenings"-Maifesten, sind "Anti- Bilder" zu sehen. Die Performances von Jiri Kovanda, nur schwer wahrnehmbare Verstöße gegen die Verhaltensnormen des Alltags, dokumentierte der Künstler mit auf weiße Blätter geklebte Fotografien.
Konzeptuelle Modelle
Die zeitgenössischen Arbeiten der Ausstellung stehen zum größten Teil in Bezug auf die konzeptuellen Modelle, die in der Kunst der 1960er und 70er eine bedeutende Rolle spielten. Die Zeichnungen von Roman Ondak beruhen auf dem Prinzip des Dokumentarfilms. Eine "Art manueller Filmreport", wie es Kintisch beschreibt, der mit seinem retrospektiven Charakter wie ein "Archiv einer anderen Zeit" wirkt. Porträts von Menschen in ihrer gewöhnlichen Umgebung macht Pavlina Fichta Cierna, und hinterfragt so in ihren Videos und Installationen kulturelle gesellschaftliche Normen.
Weitere zeitgenössische Arbeiten sind von Nika Span, Vadim Fishkin, Kristof Kintera, Marcus Geiger und Marko Lulic. (APA)