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Kunstberichte

Albertina-Chef Schröder: "Kriegszustand beenden!"

Von Christoph Irrgeher

Aufzählung Albertina-Direktor nimmt nach scharfer Kritik Stellung.
Aufzählung Schröder: "Verheerende Politik hat Museen gegeneinander aufgehetzt."

Wien. Wer am Dienstag die Zeitungen aufschlug, meinte Zeuge eines koordinierten Angriffs zu werden: Sowohl "Die Presse" als auch "Der Standard" begannen ihren Kulturteil mit einem umfangreichen Interview, in dem Mumok-Chef Edelbert Köb Dampf ablässt – gegen Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder.

Und dem wird ein gerüttelt Maß an Egozentrik und Bombastik vorgeworfen: Schröder versuche, aus der Grafischen Sammlung Albertina ein "Universalmuseum" zu machen, doch besitze statt eines kompletten Korpus nur einen "Torso mit Prothesen" – eine Anspielung auf die Sammlung Batliner, die die Albertina als Leihgabe bekommen hat. Wie Köb behauptet, würde der Erhalt dieser Sammlung über zehn Jahre ungefähr sechs Millionen Euro kosten. Ein Betrag, um den man "sechs schöne Arbeiten Klassischer Moderne fürs Mumok kaufen" könnte, die Österreich auf Dauer bleiben.

Weil Schröder "der Größte sein will", befürwortet Köb eine Fusion von Albertina und Kunsthistorischem Museum (KHM) – unter Schröders Ägide. Im Zuge dessen könnten einige Albertina-Grafiken an das Mumok übergehen.

"Museen zerstückelt"

Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" geht Schröder nun zum Gegenangriff über – aber nicht auf den Kollegen, sondern den Bund. Durch eine "verheerende Museumspolitik" seien die Häuser gegeneinander aufgehetzt worden. "Jeder ist des anderen Wolf", und dieser "Kriegszustand" müsse beendet werden.

Der Hintergrund: Kulturministerin Claudia Schmied hat eine Neugestaltung der heimischen Museumslandschaft angekündigt, die bis Jahresende feststehen soll. In diesen Planungsprozess sind zwar Experten eingebunden, laut Schröders Klage aber nicht die betroffenen Direktoren. "Die Museen werden zerstückelt und neu zusammengesetzt – mit Experten, die wir nicht kennen". So versuche nun jeder Direktor, "ein möglichst großes Filetstück herauszureißen".

"Kein Öl ins Feuer"

Dass seine Kritik auch damit zu tun haben könnte, dass die Albertina – im Gegensatz zu anderen Bundesmuseen – keine zusätzlichen Budgetmittel für 2008 erhält, wie am Montag bekannt wurde, verneint Schröder. Das sei lediglich "eine Enttäuschung" gewesen. Er will nicht "beleidigt reagieren", indem er Ausstellungen absetze.

Zu den Anschuldigungen Köbs, mit dem Schröder ein "ausgezeichnetes Verhältnis" verband, will der Albertina-Direktor nicht Stellung beziehen. Zwar habe er am Dienstagvormittag einen Brief geschrieben, diesen aber wieder zerrissen. "Ich will kein Öl ins Feuer gießen."

Mittwoch, 05. September 2007


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