Wien (APA) - Nach dem Aus für das
geplante Filmkulturzentrum im Wiener Augarten hat Bürgermeister Häupl
am Dienstag erneut Hilfe bei der Suche nach einem Alternativstandort
angekündigt. Auch eine "entsprechende finanzielle Unterstützung" werde
es geben, sagte er in seinem wöchentlichen Pressegespräch. Das Projekt
des Filmarchiv Austria sei "zweifellos ein sehr gutes und
begrüßenswertes".
Dass nun die Sängerknaben ihren Konzertsaal am Augartenspitz errichten
dürfen, sei Sache des Eigentümers, somit der Burghauptmannschaft und in
weiterer Folge des zuständigen Wirtschaftsministeriums. Die Stadt habe
daran keinen Anteil. Die Entrüstung der enttäuschten Proponenten des
Filmprojekts sei nachvollziehbar. Aufgabe der Stadt sei es nun, dem
Filmkulturzentrum zu einem Standort zu verhelfen. Planungsstadtrat
Schicker erklärte, dass man trotz der Entscheidung weiter an dem
Leitbild für die historische Gartenanlage arbeite: "Das wird natürlich
fortgesetzt." Über die Vorgangsweise des Bundes gab er sich wenig
überrascht. "Das sind wir schon gewohnt", so Schicker. Die Bundes-SPÖ
bedauerte das Vorgehen des Regierungspartners im
Wirtschaftsministerium. Es sei "schade", dass man "anscheinend kein
offenes Ohr für den österreichischen Film hat", so Kultursprecherin
Christine Muttonen. Weniger gelassen sieht der Verein der "Freunde des
Augartens" das Thema. Wirtschaftsminister Bartenstein habe den
"vorweihnachtlichen Frieden durch die Entscheidung pro
Sängerknabenhalle gestört", empört sich Obfrau Daniela Kraus. Ab 17.
Dezember würden "konzertierte Aktionen im und um den Augarten"
beginnen, wurde angekündigt. Die Anrainer wollen sich den "Augarten
nicht so einfach wegnehmen und zerstören" lassen.
APA 14:37 11.12.2007
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