 Florian Pumhösl mit
seiner Videoinstallation "Entwurf für einen Raum mit mehr als
einer Videoprojektion" in der Innsbrucker Taxisgalerie.
Foto:
Parigger
Die
Grammatiken der Moderne
Um "Wachstum und Entwicklung" kreist
Florian Pumhösls in seiner Personale in der Innsbrucker
Galerie im Taxispalais.
Edith
Schlocker INNSBRUCK. Um die Dokumentation des
Scheiterns großer Ideen in ästhetischen Bildern geht es
Florian Pumhösl. Für seine in der Galerie im Taxispalais
gezeigten Arbeiten war der 33-jährige Wiener - der 2003 den
Hilde-Goldschmidt-Preis bekommen hat - mit der Videokamera in
Ostafrika unterwegs.
In die Taxisgalerie mitgebracht
hat Pumhösl vier Arbeiten aus den vergangenen vier Jahren.
"Wachstum und Entwicklung" nennt der Künstler seine Schau, die
eine spröde ist, sich dem Betrachter nicht durch opulente
Bilder erschließt, doch die, wenn man sich auf sie einlässt,
gefangen nimmt.
Der Blick, den Pumhösl auf Afrika
wirft, ist ein völlig unorthodoxer, abseits pittoresker
Klischees angesiedelter. Was ihn interessieren, sind die
"Grammatiken der Moderne", die Untersuchung ästhetischer und
politischer Zielsetzungen und die dadurch provozierten
Prozesse vom heutigen postkolonialen Standpunkt aus.
So
relativiert der Künstler etwa in dem Video "Lac Mantasoa" die
Bilder einer landschaftlichen Idylle durch ebenso poetische
Unterwasserbilder, die die Relikte einer gefluteten, von den
ehemaligen Kolonialherren erbauten Stadt zeigen. Diese wie das
koloniale Denken ist ausgelöscht, ersetzt durch etwas
künstliches Neues, in dessen Bauch aber immer noch das Alte
schlummert.
Ein unkonventionelles Stadtporträt von
Ugandas Hauptstadt Kampala entwirft Pumhösl in einer weiteren
Video-Installation, festgemacht an modernen Architekturen im
Wandel des Lichts bzw. nächtlichen Bildern, in denen das
Flirren der Insekten jede Ideologie relativiert.
Um das
Scheitern der Vision von Tansanias Präsident Julius Nyerere,
sein Land einer sozialistischen Radikalkur zu unterziehen,
dreht sich das Video "Village, Museum". Beispiel für eine
ganz andere Facette des Tuns von Florian Pumhösl ist
schließlich eine zweiteilige Installation, in der das Auge des
Betrachters raffiniert auf den Leim geführt
wird.
_________________________________________ Galerie
im Taxispalais, Maria-Theresien-Straße 45, Innsbruck; bis 14.
März, Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Donnerstag 11 bis 20
Uhr
2004-01-30
15:32:32
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