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Wie Schmuck- oder Dekorationsgegenstände wirken die zierlichen goldenen
Objekte, die Simon Wachsmuth im Zentrum seiner schönen Ausstellung "of
copying" präsentiert. Es handelt sich dabei um in Bronze gegossene
Tomatenrispen (1800 €), also um jenes preissteigernde Grünzeug, das auch
Paradeisern aus Agrarfabriken im Handel Natürlichkeit verbürgen soll. Der
40-jährige Künstler positioniert die Bronzepflanzen auf einem schwarzen
Holzblock und stellt ihnen Texte über Vervielfältigung des
Computerpioniers Charles Babbage (1792-1871) an die Seite. Kopier- und
Abstraktionsverfahren spielen auch in Wachsmuths kontemplativem Video
"0,7" eine Rolle. In dem tonlosen S/W-Film ist die gemächliche Passage
einer Autofähre zu sehen. Obwohl sich die einzelnen Sequenzen voneinander
unterscheiden, gewinnt der Betrachter schnell den Eindruck einer ewigen
Wiederkehr des Gleichen. Die Bäume am Ufer und die Wasseroberfläche lassen
an Landschaftsmalerei denken. Das Schwelgen in Lichtreflexen wird jedoch
durch schwarz-weiße Sequenzen am Ende jeder Fahrt unterbrochen. Mit diesem
Eingriff betont der Künstler die technische Machart des Filmes und weist
abermals auf die kulturelle Konstruiertheit von Natur hin. (bis 9. Juli,
Bäckerstraße 3, Wien 1) Nicole Scheyerer |
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