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Das Kunsthistorische Museum digitalisiert seine Bestände

2,4 Millionen Objekte sind im "Virtuellen Museum"


Debattieren Sie mit!Als eines der ersten großen Museen weltweit startet das Kunsthistorische Museum Wien (KHM) die Digitalisierung seiner Bestände und seiner zahlreichen Nebensammlungen. Insgesamt sollen 2,4 Millionen Objekte gescannt bzw. fotografiert werden. "Das Museum ist nicht nur Wissensspeicher, sondern auch Massenmedium", stellte KHM-Generaldirektor Wilfried Seipel am Dienstag bei einer Pressekonferenz das Projekt "Virtuelles Museum" vor.
Langfristiges Ziel der Digitalisierung ist einerseits ein Beitrag zum Schutz der Objekte vor Diebstahl, Zerfall oder sonstigen Umwelteinflüssen, andererseits auch der Zugang zum "virtuellen Museum" für Universitäten und Schulen.
Noch fraglich ist, ob man das Archiv auch für die breite Öffentlichkeit öffnen solle, um sich nicht selbst Konkurrenz zu machen. Es sei schließlich viel einfacher und billiger, am "Bildschirm zu klicken", als ins Museum fahren zu müssen, sich dort anzustellen und Eintritt zahlen zu müssen. Aber Seipel ist zuversichtlich, dass "die digitale Wiedergabe die direkte Begegnung im Museum nicht ersetzen wird".
Betreut wird das Projekt von der Abteilungsleiterin des Informationstechnologie-Bereiches im KHM, Karin Raffl-Wesjak. Der hohe Anspruch, den das Museum an die Qualität der digitalisierten Bilder stellt, macht das Vorhaben entsprechend aufwendig. Die Speicherung der Daten erfolgt auf einer sogenannten EMC CLARiiON Speicherlösung, das Wiener Unternehmen Madras Computer wird die Datenspeicherung gemeinsam mit den KHM-Mitarbeitern durchführen.
Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, wurde zusätzlich eine Backup-Lösung außerhalb des Kunsthistorischen Museums, im Serverraum des Museums für Völkerkunde, installiert. Die Gesamtkapazität des Speichermediums umfasst gegenwärtig 2 Terabyte.
Bis heute wurden bereits 10.000 Objekte per Scanner und Kamera digitalisiert und archiviert. 2,4 Millionen steht die Prozedur noch bevor. Dass das Jahrzehnte dauern wird, ist den Initiatoren des Projekts klar.
"Ob wir das alles noch erleben werden, sei dahingestellt", meint Seipel dazu. Jedenfalls ist das ganze Unternehmen "urteuer", wie Raffl-Wesjak sagt.
Wie viel das Projekt genau kosten wird, wollen die Betreiber nicht sagen. "1 Million Euro", schätzt Seipel, Raffl-Wesjak spricht von "5 Millionen Schilling (363.364 Euro) allein für die technische Umsetzung".

Erschienen am: 04.09.2002

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