Was passiert in Österreich?

Ein kurzer Abriss über die Aktivitäten der österreichischen Armutskonferenz.


1995 fand in Salzburg die erste Österreich weite Armutskonferenz statt. Dort formierte sich ein breites und buntes Bündel von zivilgesellschaftlichen Kräften - Wohlfahrtsverbänden, Dachverbänden von Sozialinitiativen, kirchlichen und gewerkschaftlichen Organisationen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen und Zusammenschlüsse von Armutsgefährdeten wie Alleinerziehende und Arbeitslose.


Die Plattform

Seitdem engagieren sich diese unter dem Namen "Die Armutskonferenz", um das verschwiegene Problem von Armut und sozialer Ausgrenzung in Österreich zu analysieren und eine Verbesserung der Lebenssituation Betroffener zu erreichen.

Österreichische Netzwerke

Die Armutskonferenz ist als Netzwerk aufgebaut. Es werden keine "Ämter", sondern Mitgliedsorganisationen Personen und Ressourcen für die Koordinierung bestimmter Aufgaben zusammengestellt. Alle beteiligten Personen und Organisationen arbeiten von ihren Arbeitsplätzen aus.

Bisher haben sich in zahlreichen Bundesländern regionale Netzwerke und Plattformen gegen Armut konstituiert. Im Herbst 1998 fand zum ersten Mal eine gesamtösterreichische Aktionswoche gegen Armut und soziale Ausgrenzung statt. Die Beteiligung von Betroffenen und sozialen Initiativen vor Ort wurde im Mai 2000 mit einer Österreich weiten Aktionswoche fortgesetzt.

Mit Zugang und Qualität sozialer Leistungen für Einkommensschwache beschäftigt sich die kommende 5. österreichische Armutskonferenz, die von Donnerstag, 20. März 2003 bis Freitag, 21. März 2003 in St.Virgil, Salzburg stattfinden wird.

Die europaweite Vernetzung

Die Armutskonferenz ist - gemeinsam mit Armutsnetzwerken der anderen EU-Mitgliedsstaaten und Europäischen NGOs - im European Anti Poverty Network (EAPN) auch auf europäischer Ebene organisiert. Das EAPN - mit Sitz in Brüssel - wurde 1990 gegründet und hat als vorrangiges Ziel die Vernetzung von NGOs, die im Bereich der Armutsbekämpfung arbeiten, um den Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung auf die Tagesordnung der EU-Politik zu setzen.

Ein wichtiger Erfolg und bedeutender Schritt in diese Richtung war die Verabschiedung einer sozialen Agenda auf dem EU-Gipfel von Nizza, im Dezember 2000. Dabei haben sich alle EU-Mitgliedsstaaten zur Erstellung und Implementierung nationaler Aktionspläne gegen Armut und soziale Ausgrenzung verpflichtet.

Kernforderung der österreichischen Armutskonferenz

Die österreichische Armutskonferenz fordert unter anderem ein Grundsicherungsmodell und eine Reform der Sozialhilfe. Dafür solle ein neues Bundesozialhilfegesetz verabschiedet werden, das einheitliche Grundsätze, Leistungen und Verfahren fest legt. Auch sollte die institutionelle Zuständigkeit für die behördliche Erledigung der Aufgaben der Sozialhilfe neu geklärt werden. Gefordert wird ein vermehrtes Eingehen auf individuelle Bedürfnisse verarmter Personen und verstärkte Hilfe für Selbsthilfe bietet. (Kurse, Verbesserung der Arbeitsfähigkeit, Gesundheitliche Unterstützung).

Link: Österreichische Armutskonferenz

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