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Rollig-Ablöse: "Das ist Unfug"
Das Wetterleuchten, das wegen des markanten Besucherschwundes seit Mai über dem Linzer Kunstmuseum Lentos zuckte, war Vorspiel zum Herbststurm: Die Jagdsaison auf die seit 2004 amtierende Direktorin Stella Rollig ist eröffnet - auch für unqualifizierte Querschüsse.

Zur Vorgeschichte: Die OÖN hatten mit Rollig bereits im Mai die unerfreuliche Situation erörtert, in der sich das 2003 eröffnete Haus befindet. Dass sich die Zahl der Besucher von 27.000 im ersten Quartal 2004 auf 13.000 im ersten Quartal dieses Jahres mehr als halbiert hat, kann nur als Alarmzeichen gewertet werden. Rollig berief sich darauf, dass der Neuheitsbonus weggefallen sei und sie erst neue Publikumsschichten für das Haus erschließen müsse.

So weit die Tatsachen. Nun gefiel es einer kleinformatigen Zeitung in ihrer Sonntagsausgabe, sich in Spekulationen zu ergehen und behauptete: Agnes Husslein-Arco, deren Vertrag mit dem Salzburger Kunstmuseum Ende 2005 ausläuft, solle Stella Rollig ersetzen.

"Es ist Unfug, wie in der Sonntags-Krone zu lesen war, dass der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch, Raiba-Generaldirektor Ludwig Scharinger als Präsident der ,Freunde des Lentos' und ich beschlossen hätten, Frau Rollig müsse gehen", sagt der Linzer Vizebürgermeister und Kulturreferent Erich Watzl im OÖN-Gespäch. "Und mit der Dame aus Salzburg gibt es meines Wissens keinen Kontakt."

Rollig habe einen bis 2009 laufenden Vertrag, "der nur in beiderseitigem Einvernehmen vorzeitig zu kündigen wäre. Und das kann ja nur ein gemeinsamer Entschluss der politisch Verantwortlichen, nämlich von Dobusch und mir, sein." Natürlich müssen die Besucherzahlen besser werden, "darüber gab es schon zahlreiche Gespräche. Aber Besucherzahlen sind nicht nur eine Frage der Ausstellungspolitik, sondern auch des Marketings. Und das alleine der Frau Rollig in die Schuhe schieben zu wollen, ist unfair. Es gibt ja auch einen kaufmännischen Leiter im Lentos." Außerdem sei ein erstes Jahr nicht repräsentativ für ein Durchschnittsjahr.

Stella Rollig, derzeit in Berlin, erklärte, Fachleute seien sich darüber im Klaren, dass die Positionierung eines Museums mehrere Jahre dauere: "Ich sage nicht, dass ich so lange brauche." Sie sei zuversichtlich, dass es mit dem Lentos ab 2006 bergauf gehe. "Ich glaube nicht, dass Agnes Husslein mich beerbt. Ich bin gerne Lentos-Chefin und sehe mich bis 2009 im Amt."

OÖnachrichten vom 03.10.2005
 
   



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