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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
03. Mai 2006
13:40 MESZ
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kunsthaus-bregenz.at

 
Foto: AP /KEYSTONE/Regina Kuehne
Künstlerkollege von Gelitin steht in der Ausstellung mit dem Titel 'Chinese, Synthese Leberkäse'

Statt Konfrontation: Symposium zu gelitin in Bregenz
Über das österreichische Künstlerquartett und ihre Beziehung zu aktuellen Phänomenen der Kunstproduktion

Bregenz - Die aktuelle Ausstellung "Chinese Synthese Leberkäse" des bekannten österreichischen Künstlerquartetts gelitin im Kunsthaus Bregenz (KUB) hat in Vorarlberg auf Grund ihres zum Teil provokanten Inhalts für kontroversielle Diskussionen gesorgt. Mit einem eintägigen Symposium am 6. Mai will das KUB die Diskussion nun auf eine sachliche Ebene heben und zeigen, dass die Arbeiten von gelitin in einer Tradition stehen.

gelitin hat mit seinen Werken schon des Öfteren für Aufsehen und Aufregung gesorgt. Im KUB gibt es etwa ein "öffentliches WC" mit Balkon zu bestaunen, bei dem man sich beim "Verrichten seiner Notdurft" über ein System aus Spiegeln und einer Kamera selbst zusehen kann. Umstellt ist das WC von Wänden mit "Kackabet"-Gedichten, Montagen aus fotografierten Kot-Buchstaben. Ebenfalls Teil der Ausstellung ist ein Porno-Kurzfilm oder auch ein bis über die Knöchel mit Schlamm gefüllter Raum.

"whatever fuck hmm... whatelse"

Beim Symposium unter dem Titel "whatever fuck hmm... whatelse" sollen im Rahmen von Impuls-Vorträgen und Gesprächen verschiedene Aspekte im Kosmos von gelitin zu aktuellen Phänomenen der Kunstproduktion in Beziehung gesetzt werden, erklärte Winfried Nußbaummüller, Kunstvermittler des Kunsthauses, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Im Blickfeld steht eine dem Geist von Dadaismus, Fluxus und Situationismus verwandte Kunst, die seit dem Ende der 1990er-Jahre entsteht und für die der spielerische Umgang mit dem Körperlichen symptomatisch ist. "Es hat noch kein solches Symposium zu gelitin gegeben", stellte Nußbaummüller fest.

"Auf eigene Gefahr"

Als Diskussionsteilnehmer konnten Vertreter aus der Kunstwelt, der Kritik und der kuratorischen Praxis gewonnen werden. Unter anderen werden die Künstler Cerith Wyn Evans und John Bock, die Kuratoren Nicola Bourriaud, Margit Brehm, Doris Krystof und vom KUB Rudolf Sagmeister sowie KUB-Direktor Eckhard Schneider und Gianni Jetzer, Direktor des Swiss Institute - Contemporary Art in New York, zum Gedankenaustausch in Bregenz sein.

Die Themen der Diskussionsschwerpunkte folgen den Titeln von Ausstellungen, an denen gelitin in den vergangenen Jahren teilgenommen hat, etwa "Auf eigene Gefahr" oder "Le grand spectacle". (APA)


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