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1000 Fälschungen: Kunstbetrug aufgeflogen

19.08.2009 | 15:47 |  (DiePresse.com)

In Stuttgart wurden drei Personen festgenommen, weil sie Skulpturen des Bildhauers Giacometti gefälscht und verkauft hatten. Die Werke des schweizer Künstlers sind Millionen wert.

Ein geheimes Lager mit rund 1000 gefälschten Bronzen des Schweizer Künstlers Alberto Giacometti hat die Polizei nahe Mainz ausgehoben. In Frankfurt wurde ein 59-Jähriger festgenommen. Er soll die Fälschungen an Interessenten im In- und Ausland zu Preisen in zweistelliger Millionenhöhe angeboten haben, teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg am Mittwoch in Stuttgart mit.

Auch ein 61-Jähriger Kunsthändler, der als Drahtzieher gilt, und dessen Frau sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Ihnen wird bandenmäßiger Betrug und Verstöße gegen das Urheberrecht zur Last gelegt.

Legende über geheimes Familiendepot

Der 59-Jährige habe sich als "Reichsgraf" und Freund des Bruders von Alberto Giacometti ausgegeben, hieß es. Seinen Kunden erzählte er, die Skulpturen stammten aus einem von den Erben Giacomettis geheim gehaltenen Fundus. Zum Beweis der Echtheit der Skulpturen und der fantasievollen Legende zur Herkunft legte er den Kunstfreunden ein freilich ebenfalls gefälschtes Echtheitszertifikat sowie ein Buch vor.

"Wahrer Autor des Buches und im Hintergrund wirkender Stratege der Verkäufe ist mutmaßlich der 61-jährige Kunsthändler", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ihm gehöre auch das ausgehobene Lager in Rheinland-Pfalz. Gegen den Mann läuft aktuell bereits ein Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht wegen des Vorwurfs des Handels mit gefälschten Skulpturen.

Auf der Suche nach dem Lager gab es zahlreiche Untersuchungen in Mainz, Schwerin, Hamburg, Mannheim, Magdeburg und im Großraum München. Dabei seien zahlreiche gefälschte Herkunfts- und Echtheitszertifikate gefunden worden.


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