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Die Wiener Secession bittet zum leichten, heiteren Sommerprogramm. Hans Weigand läßt es im Hauptraum knallen, Alice Creischer schickt die CA krachen und im Graphischen Kabinett stürzt sich das "Experiment" auf die Piste.
Secessionsbesucher identifizieren einanDER im heurigen SOMMER, sollten sie sich zufällig im Bad begegnen, womöglich durch Schund: Einem Heftchen von Detektiv Jerry Cotton. Was für eine SOMMERlektüre - und gerade Thema im Hauptraum DER Secession. Schuld daran ist DER Vater von Hans Weigand, ein leidenschaftlicher Cotton-Leser. Also hat sich Weigand auf die Spuren dieses "James Bond für Arme" (Weigand), den prototypisch klischierten US-Hero des Nachkriegsdeutschland, begeben. Weigand selber hat sich dann doch lieber bei Kubricks "Odyssee 2001" fadisiert - bis die psychedelischen Szenen kamen. Das früh geprägte Amerika-Bild, diese Utopien DER sechziger Jahre, stellt er nun im Hauptraum DER Sezession nach, um sie gegenwärtig zu hinterfragen. In einem Häuschen finden im Jahr 2000 nachgestellte Jerry-Cotton-Sequenzen in Bildschirmen ihr Heim. Außen ist lebensgroß eine Jerry-Cotton-BilDERgeschichte affichiert, ein Krimi aus dem Künstlermilieu, mit Dialogen versehen. So wie in den deutschen Cotton-Filmen die Schauplätze zwischen Deutschland und den USA bunt wechselten, hat auch Weigand seine Nachstellungen zwischen Österreich, Deutschland, Mexiko und den USA produziert. Aus dem Häuschen führt ein Steg in die aus "Odyssee 2001" entlehnte Weltraumtrommel, in DER sich DER Künstler seiner Utopien filmisch annimmt. SOMMERleicht und amüsant.
Abfahrt, Konkurs, Sex
Im Untergeschoß wird es ernster, auch wenn Alice Creischer ihre "The Greatest Happiness Principle Party" fingiert. Die Creditanstalt des Jahres 1931 feiert im Schatten ihres bevorstehenden Konkurses. DER löste die zweite große Weltwirtschaftskrise aus, die Ökonomen DER Nazis zogen daraus ihre Lehren, die sich wieDERum DER Internationale Währungsfonds zum Vorbild nahm, meint die Künstlerin. Eine spröde Kunst-Arbeit die das Zielpublikum Banker, Top-Manager und Wirtschafts-Philosophen entzücken dürfte. Wer Abkühlung gegen den SOMMER sucht, wechselt ins Graphische Kabinett, wo sich drei Künstlerinnen in DER Reihe "Das Experiment" versuchen. Dagmar Trampisch hat sich im Video vors TV gestellt und unser National-Ski-Team kommentiert. Ein Backfisch schmilzt vor den schnellen Helden im kühlen Schnee dahin. Hinter den sexuellen Praktiken und Problemen DER Surrealisten, die zwischen 1928 und 1932 in Gesprächen ermittelt wurden, und später als "Zwölf Gespräche über Sexualität" in Buchform erschienen, versteckt sich Meike Schmidt-Gleim. Konkreter, zwischen den Buchdeckeln des Buch-Vorbilds. Nur hat sie die Surrealisten gegen heutige Künstler ausgetauscht. Was für eine Alternative zur Jerry-Cotton-Lektüre! Wer im SOMMERbad vor lauter Cotton-lesen zuwenig nackte Haut gesehen hat, kann dies bei Maria Hahnenkamps, schwach erregenDER, Dia-Folge nachzuholen versuchen. Artige Blicke auf nackte Haut alter Meisterwerke. Im Freibad aus dem Cotton-Heft heraus den Blick schweifen zu lassen, könnte spannenDER sein. mus
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