

Schaurige Gerüchte waren im Umlauf: Sie überzöge ihre Lakaien mit Blattgold oder verwahre die Asche verflossener Liebhaber in deren wächsernen Abbildern auf. Die Industriellentochter erbte ein Vermögen, und sie verwendete all ihre Fantasie, um es rasch wieder zu verschwenden. Dauerhaften Nachruhm erwarb sie sich durch die Förderung von radikalen künstlerischen Positionen. Sie pflegte Umgang mit den italienischen Futuristen und ließ sich von Man Ray, Kees van Dongen oder Boldini porträtieren. Leon Bakst entwarf Kleider für sie, und auf ihren Partys tanzten Waslaw Nijinsky und Isadora Duncan. "Ich möchte ein lebendes Kunstwerk sein", nun wurde ihr in Bregenz ein lebendiges Denkmal gesetzt. (mh/DER STANDARD, Printausgabe, 26./27.11.2005)