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| 15.10.2004 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Salzburg: Museums-Boom de luxe | ||
| von Johanna Hofleitner | ||
| Endlich hat auch Salzburg seinen Museumsneubau. In Kürze öffnet das „Museum der Moderne“ seine Pforten. Nach „Pre-opening“ und „Ein-leuchten“ diesmal ganz offiziell. | ||
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Ein Berg in der Stadt ist eine schöne Sache. Mit Mönchsberg und
Unterberg gibt es in Salzburg dero gleich zwei. Das birgt aber auch eigene
Probleme. Will etwa eine kompakte Festspielstadt wie Salzburg ihre
kulturelle Infrastruktur erweitern – zum Beispiel um ein Museum – stellt
sich die Frage: wo hinstellen? Vor den Berg geht nicht, hinter den Berg
ist witzlos. Bleiben als Varianten „in den Berg“ und „auf den
Berg“. Alles anders. Die Debatte war der Sache in jedem Fall dienlich, wenngleich Holleins spektakuläre Museumsmaschine im Berg am Ende einem eleganten, vom Münchner Architektenteam Friedrich Hoff Zwink geplanten, marmornen Kunstquader auf dem Berg wich, und sich Inhalte wie Betreiber ebenfalls wandelten. Immerhin konnte Salzburg seinen Ruf als Global Player in der Museumslandschaft etablieren. Anstelle von Guggenheim wurde der Museumsneubau am Ende dem bis dato im ehemaligen erzbischöflichen Priesterseminar untergebrachten (und dort arg unter Platznot leidenden) Landesmuseum Rupertinum zugesprochen. Und damit der bis dahin noch nicht geschlossene Kreis heimischer Museumsneu-, -zu- und -umbauten geschlossen – allemal mit anspruchsvoller Architektur: Siehe das „Schiff“ Lentos in Linz, den Komplex des Niederösterreichischen Landesmuseums in St. Pölten, den Erweiterungszubau am Tiroler Ferdinandeum in Innsbruck, das Jüdische Museum. Nicht zu vergessen: das Wiener Museumsquartier, das Haus der Generali Foundation in Wien Wieden, den Neubau der Sammlung von Karlheiz und Agnes Essl in Klosterneuburg, das jüngst präsentierte Gironcoli-Museum auf Schloss Herberstein in der Steiermark. Oder die beiden Aufsehen erregenden Kunsthäuser in Bregenz und Graz. Gründerzeit? Der Zeitpunkt würde es nahe legen. Achtziger, Neunziger, Fin-de-Siècle: alles durchgespielte Symbolmomente einer Wendezeit. Einmal pro Jahrhundert sozusagen. „Das Museum als intelligentes Kulturprodukt der Wendezeit“ stellte vor zwölf Jahre eine Wanderausstellung der Auslandskulturabteilung über heimische „Museums-Positionen“ als These in den Raum. Nun scheint die Reflexion und Diskussion über museale Grundkonzepte abgeschlossen. Die Projekte sind in die Tat umgesetzt, Ergebnisse sind sichtbar geworden. Da die Frage der Re-Präsentation gelöst ist, geht es um die Präsentation. Was auffällt ist, dass – abgesehen von den Kunsthäusern in Graz und Bregenz, die als Ausstellungshallen fungieren – das Kapital „Sammlung“ im Mittelpunkt steht. Wie denn das Museum schon seit längerem als Präsentationsort von Sammlungen erkannt wurde – fremde oder eigene. Was noch fehlt, wird durch Dauerleihgaben ergänzt. (Modellhaft führt das die Neue Galerie in Graz vor, wo neuerdings nach amerikanischem Vorbild mithilfe einiger großer Privatsammlungen die eigenen Bestände in einen dichten Kontext gebracht werden.) Ist der Inhalt gefunden, fängt die eigentliche Arbeit erst an. Jetzt sind Ideen gefragt und Vermittlungskonzepte. Zur Schau stellen allein ist sicher zu wenig. Tipp: „vision einer Sammlung“: Eröffnungsausstellung im Museum der Moderne,
Salzburg. 24. 10. 2004–6. 3. 2005 |
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