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Kunsthalle-Chef Matt zieht Bilanz und blickt in das Jahr 2003

Im Zeichen der Weltlage


Debattieren Sie mit!Von "einer gewaltigen Kraftanstrengung" der vergangenen Jahre erzählte Direktor Gerald Matt auf der heutigen Jahres-Pressekonferenz in der Wiener Kunsthalle. Mit dem Transfer vom Container ins MuseumsQuartier sei ohne Schließzeit die "Übersiedlung vom Provisorium ins Definitivum" gelungen. Der Lohn für die Anstrengung ist ein Besucherrekord: im Jahr 2002 besuchten 199.400 Gäste die beiden Ausstellungsorte der Kunsthalle. 2003 soll dieser Trend fortgesetzt werden.
"Unser Sorgenkind ist nach wie vor das MuseumsQuartier", meinte Matt. Womit aber nicht der Standort und das Konzept gemeint sind, die Probleme ergäben sich eher aus der "Inkompetenz" der Errichtungsgesellschaft, deren mangelhaftes Marketing für zu wenig Bekanntheit des MuseumsQuartiers sorge. "Gemeinsam mit anderen dort ansässigen Institutionen fordern wir ein Leitsystem, das Touristen hereinführt", sagte Matt. Darüber hinaus gebe es aber nur Anlass zur Freude, etwa über die gelungene Übersiedlung oder die Errichtung des "project space karlsplatz". Erfreut zeigte sich der Kunsthallen-Chef auch von der gelungenen Profilierung der Institution "Kunsthalle" inmitten einer sich stark verändernden Museumslandschaft.
Verstärkt möchte Matt auf "Kunstvermittlung" setzen, weshalb eine eigene Abteilung ins Leben gerufen wurde, die künftige Ausstellungen von Anfang an mitbetreuen würde. Anhand von Videosammlungen und Führungen soll jeder Besucher mit den Aspekten zeitgenössischer Kunst vertraut gemacht werden.
Die Ausstellungs-Highlights 2003: Derzeit läuft im MuseumsQuartier die Ausstellung "Martin Arnold - Deanimated". In den kommenden Schauen will man sich vermehrt mit den Auswirkungen des Weltgeschehens befassen. Zunächst gibt es die Personale "Walter Niedermayer", einem Künstler, der sich mit "Nichtorten" wie Liftstationen fotografisch auseinander setzt. Die Schau "Attack! Kunst und Krieg in den Zeiten der Medien" analysiert die Ästhetisierung des Grauens. "Go Johnny Go! Die E-Gitarre - Kunst und Mythos" untersucht das Instrument als Metapher des Aufbegehrens. Die letzte Ausstellung präsentiert eine Ikone der Kulturgeschichte: "Heiliger Sebastian oder A Splendid Readiness for Death".
Im project space karlsplatz ist ab morgen "Peter Kozek" zu sehen. "Wong Hoy Cheong fact fiction", eine Schau des malaysischen Künstlers, folgt. Mit dem internationalen Schmuggel setzt sich "Crossing the Line - human trafficking" auseinander.
Die Kunsthalle im Web: http://www.kunsthalle.at/ .

Erschienen am: 18.12.2002

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