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| 23.10.2004 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Museum: Salzburg "Fucking Beautiful" | ||
| VON CLAUDIA LAGLER | ||
| Das Museum der Moderne auf dem Salzburger Mönchsberg eröffnet nun auch offiziell - mit der Ausstellung "Vision einer Sammlung". | ||
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Aus dem Dunkel ins Licht, aus der Vergangenheit ins Hier und Jetzt: So lässt sich das Leitmotiv des neuen Museums der Moderne, das heute (Samstag) in Salzburg eröffnet wird, beschreiben. "Vision einer Sammlung" nennt sich die erste Schau, mit der Museumsdirektorin Agnes Husslein das Haus einweiht: 2.300 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf drei Ebenen samt Skulpturengarten. Auch wenn es im Vorfeld viel Kritik an der "Schachtel" auf dem Berg gegeben hat, für den Inhalt erntet Husslein selbst bei den Raunzern in der Mozartstadt Lob: Es ist ein solides Haus für die Klassische Moderne, ein unspektakulärer Zweckbau. Per Aufzug gelangen die Besucher aus dem Bauch des Mönchsbergs in die große Empfangshalle. Werke von Gustav Klimt, Richard Gerstl oder Lovis Corinth, die zum über Jahrzehnte aufgebauten Bestand des Museums gehören, werden im ohne Tageslicht konzipierten Raum gezeigt - ergänzt durch prominente Leihgaben: Frühe Werke von Paul Cézanne und Claude Monet, Picassos "Femme nue l'oiseau et joueur de flute" oder Modiglianis "Sitzende junge Frau" wurden von Sammlern wie der R. & H. Batliner Art Foundation oder der Sammlung Thyssen-Bornemisza zur Verfügung gestellt. Sie versuche, die Stärken der Rupertinum-Sammlung zu zeigen und die Schwächen durch Dauerleihgaben auszugleichen, so Husslein über ihr Konzept. Aufgebaut werden soll eine internationale und doch eigenständige Kollektion des neuen Museums. Ob das gelingt, hängt allerdings auch vom künftigen Ankaufsbudget ab. Auf der zweiten Ebene mischen sich Kunst- und Tageslicht, der Bau tritt durch Ausblicke auf den Mönchsberg und den historischen Wasserturm in Dialog mit der Außenwelt. Unterschiedliche Welten erlebt man auch im Museum: Historische Werke wechseln mit Zeitgenössischem, Abstraktion mit Neuen Medien. Jakob Gasteiger, Imi Knoebel, Barnett Newman, Gerwald Rockenschaub werden im Dialog mit Schlüsselwerken des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza gezeigt. Auf der dritten, lichtdurchfluteten Ebene, erwartet die Besucher Zeitgenössisches: David Salle, Skulpturen von Sylvie Fleury, Siegfried Anzinger, Gunther Damisch, Hubert Schmalix, Gilbert & George, Anselm Kiefer. Der Salzburger Galerist Thaddaeus Ropac hat für diese Ebene viele Arbeiten geliehen - auch das Leitbild der Eröffnungsschau, Tim Noble & Sue Websters "Fucking Beautiful". Dass ausgerechnet jene Politikerin, die das Museum auf dem Mönchsberg keineswegs für die tollste Idee gehalten hat, nun den neuen Kunst-Tempel eröffnet, ist eine Ironie der jüngeren Salzburger Polit-Geschichte. Gabi Burgstaller, seit einem halben Jahr SP-Landeshauptfrau von Salzburg, wird das Lieblingsprojekt ihres Vorgängers Franz Schausberger (ÖVP) würdigen. Dem Baubeginn im Frühjahr 2002 war eine jahrelange Diskussion über die Zukunft der Salzburger Museumslandschaft vorangegangen. Ursprünglich hätte das Museum Carolino Augusteum eine Heimstatt im Bereich des geschlossenen Café Winkler auf dem Mönchsberg finden sollen. Den Architektenwettbewerb gewann Hans Hollein mit einer sich tief in den Fels bohrenden Spirale. Doch der Salzburger Kleingeist siegte, die Hollein-Entwürfe landeten in der Schublade. 1998 kürte eine Jury den Entwurf der Münchner Architekten Friedrich-Hoff-Zwink zum Sieger. Die Außenmaße des Museums mussten exakt denen des abzureißenden Café Winkler entsprechen. Um 21,9 Mill. € ist ein Zweckbau entstanden, dessen Attraktivität nicht durch spektakuläre Architektur, sondern durch Inhalt erzielt werden muss. Ein Wiedersehen gibt es in der Schau auch mit einem bekannten Salzburger Aufreger: der "Penis-Skulptur" von Gelatine im Miniformat, die im Festspielsommer 2003 für einen Skandal sorgte. |
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