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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
16. Mai 2006
16:20 MESZ
Ausstellung "Hanns Kunitzberger: Die Orte der Bilder. Malerei 1996-2006", von 17.5. bis 2.7. im Künstlerhaus

Eröffnung 16.5. 19 Uhr u.a. mit Maximilian Schell und Klaus-Albrecht Schröder, geöffnet Di bis So 10 bis 18 und Do bis 21 Uhr 
Kunitzberger-Werkschau im Künstlerhaus
"Die Orte der Bilder" läuft bis 2. Juli - Symposium von 9. bis 11. Juni

Wien - In Hanns Kunitzbergers Malerei muss man sich versenken. Dann tauchen Bilder auf, die sich dem flüchtigen Betrachter entziehen. Das Künstlerhaus präsentiert ab Mittwoch eine Werkschau seiner Gemälde aus den vergangenen zehn Jahren, begleitet von einem Symposium. Der Titel "Die Orte der Bilder" steht dabei als Frage im Zentrum des Projekts, so Kunitzberger. "Ist der Ort der Bilder in der Ausstellung oder in uns? Das ist nicht so leicht zu beantworten. Hätte ich eine Antwort, würde ich nicht malen."

Künstlerischer Werdegang

Kunitzberger, 1955 in Salzburg geboren, hat ursprünglich als Bühnen- und Kostümbildner für Theater und Film gearbeitet. 1991 wandte er sich ganz der Malerei zu, 1996 trat er damit auch an die Öffentlichkeit. Das Künstlerhaus zeigt bis 2. Juli im Erdgeschoß an die 80 Ölgemälde auf Leinwand, von kleineren bis zu Großformaten, zum Teil als Zyklus angeordnet.

Es sind abstrakte, oft wolkenartig vibrierende Flächen, deren matt aufgetragene Farbgebung von pastelligen und erdigen Tönen bis zu leuchtendem Rot, Blau und Gelb oder fast monochromem Weiß reicht. Kunitzberger nennt sie "Bildnisse" oder "Abbilder", die immer figurativ, auf Porträts oder Landschaften, aufbauen würden. "Ich beginne zu malen, und etwas entsteht. Und ich höre auf in dem Moment, in dem unklar ist, ob etwas im Erscheinen oder Verschwinden ist." Es handle sich um "Bilder der Fragen, nicht der Antworten", so Kunitzberger. "Und im Grunde male ich nur ein einziges Bild."

Kernstück der Ausstellung ist die 16-teilige Großinstallation "Abbild 2002-2005", die voriges Jahr bei "Wien modern", begleitet von einem Streichquartett von Beat Furrer, quasi als "Inszenierung" im MAK (Museum für angewandte Kunst) zu sehen war. Dort standen die Gemälde so dicht einander gegenüber, dass der Zuschauer immer nur Teilansichten zu sehen bekam. Im Künstlerhaus werden sie in Form eines Quadrats angeordnet, das im Lauf der Schau immer enger zusammenrückt, und sie sind erstmals bei natürlichem Oberlicht zu sehen, was seiner "schattierenden" Malweise sehr entgegen komme, erläuterte Kunitzberger bei der heutigen Presseführung. "Wenn die Sonne wandert, beginnen die Bilder zu leuchten." Auch eine Videodokumentation der MAK- "Aufführung" ist Teil der Werkschau.

Symposium

Das Symposium rund um Hans Belting, Direktor des Wiener IFK (Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften), beschäftigt sich am 9. und 10. Juni mit der "Ortfrage" bzw. der "Wahrheitsfrage der Bilder", am 11. Juni zeigt das Filmmuseum ein Programm zur "Zeitfrage der Bilder". Im Rahmen der Eröffnung heute Abend sprechen unter anderem Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder und Maximilian Schell, der zu den Sammlern des Künstlers zählt. Außerdem steht ein Konzert mit zeitgenössischer Musik auf dem Programm. Im Juni soll ein Katalog erscheinen. (APA)


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