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Kunstberichte

Lentos: Malen über alle Maße

Ausstellung
Illustration
- „Große Malerei“ im Linzer Lentos.  Foto: MaschekS

„Große Malerei“ im Linzer Lentos. Foto: MaschekS

(ju) Mächtig und beeindruckend ist die "Große Malerei", die ab morgen, Donnerstag, im Linzer Kunstmuseum Lentos gezeigt wird. Das Museum an der Donau, das als Gebäude alle Dimensionen sprengt, mit hohen weiten Räumen, braucht diese Dimension von Malerei auch. In den Anfängen des Lentos wurde deshalb gleich der teuerste Ankauf des Hauses getätigt: Markus Prachenskys "Rouge sur blanc" um damals 2,5 Millionen Schilling.

Das Werk ist auch jetzt das größte und anziehendste im großen Ausstellungssaal. Panoramatisch hängen hier (vorwiegend männliche) große Namen mit weniger bekannten Werken nebeneinander: Ein braunes Schüttbild von Hermann Nitsch, ein hochformatiges Werk von Gunter Damisch, Otto Mühl und Otto Zitko sind vertreten. Große Zeichnungen begleiten die Schau im kleinen Ausstellungsraum: Ein Frühwerk (1950/51) von Arnulf Rainer ist hier zu sehen, Uli Aigners gigantische bunte Familienzeichnungen. Die Schau, anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Neuen Galerie der Stadt Linz, soll den "Pluralismus der vergangenen Jahre zeigen", erklärt Direktorin Stella Rollig bei einer Presseführung. Der Bogen spannt sich dabei von figurativer Malerei bis zum abstrakten Expressionismus.

Große Werke machen sich gut im Lentos, das hat schon die Gottfried-Helnwein-Ausstellung im Vorjahr gezeigt. Man hätte noch einen Raum mit großen Werken aus der Sammlung füllen können, hieß es.

Das Auswählen lässt das Museum in zwei kleinen Ausstellungsräumen den Künstlern über. Im Rahmen von "Aufmischen" können die Künstler selbst in der Sammlung des Museums wühlen und ihre Sicht auf Vergangenheit und Gegenwart zusammenstellen. Den Anfang machen Maler und Filmemacher Dietmar Brehm sowie Franziska und Lois Weinberger – bis zum Kulturhauptstadtjahr 2009 folgen Maria Lassnig, Lois Renner, Eva Schlegel und Bernhard Prinz. Ihre Selektionen kommen im Lauf der zweiten Jahreshälfte.

In der für ihn schönsten aller Farben, der Heftpflasterfarbe, hat Brehm einen kleinen Raum gestaltet, in dem sich alles um den Kopf dreht. Ein unvollendetes Porträt von Gustav Klimt, in der Nähe von Günter Brus und Helnweins großem Bild von Marilyn Manson als Mickey Mouse. "Arbeitspause" heißen die vier Wände, "Wegwarte" ist der Name der Miniausstellung der Weinbergers: Die Natur steht hier im Mittelpunkt.

Große Malerei

Kunstmuseum Lentos Linz

28. Juni bis 28. Oktober

www.lentos.at

Groß und großartig.

Dienstag, 26. Juni 2007


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