Spatenstich für 20er Haus

Renovierung des Baujuwels bis 2010.

Weiteres Zentrum für moderne Kunst.
Wien.
"Für mich ist das ein Glückstag", erklärte am Freitag
Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco anlässlich des Spatenstichs
zur Renovierung des 20er Hauses. Husslein hatte sich seit ihrem Antritt
im Belvedere "mit großer Vehemenz" für die Wiederbelebung dieses
"Baujuwels" als Hauses für Kunst ab 1945 stark gemacht.
Nach langer Vorlaufzeit – 2007 wurde der Auftrag nach einem
Wettbewerb an Adolf Krischanitz vergeben – ist die Bauzeit selbst
straff bemessen. Bis November 2010 sollen die Arbeiten abgeschlossen
sein. Neben der Renovierung wird das Haus auch um ein Untergeschoß mit
Beständen der Fritz Wotruba Privatstiftung und einen fünfgeschoßigen
Turm erweitert. Rund 6800 Quadratmeter Fläche werden neben
Ausstellungen auch ein Café, Depotflächen, einen Skulpturenpark und ein
Kinderatelier beherbergen.
Der Bund steuert acht Millionen Euro bei
"Gegenüber entsteht ein ungeheuer wichtiges neues Stadtviertel",
berichtete Krischanitz unter Hinweis auf den benachbarten
Zentralbahnhof. Das 20er Haus könnte hier zum "Kulturzentrum" werden.
Acht Millionen Euro kommen nun von Wirtschafts- und
Kulturministerium, Belvedere und Wotruba-Stiftung brachten gemeinsam
eine weitere Million auf. Direktorin Husslein muss allerdings noch
weitere private Sponsoren auftreiben: Die Gesamtkosten betragen 18
Millionen Euro.
Das 20er Haus wurde 1958 von Karl Schwanzer (1918-1975) für die
Weltausstellung in Brüssel erbaut. Am Ende der Ausstellung wurde es
zerlegt und im Schweizergarten beim Südbahnhof wieder aufgebaut. Seit
1962 beherbergte der Pavillon das "Museum des 20. Jahrhunderts", bis
dieses 2001 – mittlerweile Mumok genannt – ins Museumsquartier
übersiedelte. Danach stand das denkmalgeschützte Haus jahrelang leer.
Ob ein weiterer Ort für moderne Kunst nun dem Mumok in die Quere
kommen könnte, sorgte für viel Diskussion. "Konkurrenz belebt", meinte
Husslein.
Freitag, 13. Juni 2008
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