| Würden Sie eine Million Pfund verbrennen? | |
|
Die Kritik am Turner-Preis hat auch innerhalb der englischen Kunstszene eine lange Geschichte. Zwei Beispiele. |
Bill Drummond und Jimmy Cauty machten als
The KLF Pop-Karriere. Mit dem Ende der Band gründeten sie "the K
Foundation for art-or-whatever-it-was" (O-Ton Drummond). 1993 riefen
sie ihre Gegenveranstaltung zum Turner-Prize, der jährlichen Ehrung des
besten Künstlers, aus - den Anti-Turner-Prize. Ehren wollten sie damit den schlechtesten Künstler, und die Kunstwelt
hätte diese Aktion wohl nicht mehr als ignoriert, wenn Drummond und Cauty
es sich nicht hätten leisten können, ihre Auszeichnung doppelt so hoch zu
dotieren wie den Turner Prize selbst. "Triumphatorin" Rachel Whiteread
(auch die Gewinnerin des Turner-Preises) nahm die Prämie trotzdem erst
entgegen, als das Duo droht, das Geld zu vernichten. Ein paar Jahre später taten sie genau das: Am 23. August 1994
verbrannten sie auf der Insel Jura nahe eines gottverlassenen
Fischerdorfes eine Million Pfund, beobachtet nur von Journalisten und
ihrem Roadie Gimpo. Mehr dazu in fm4.ORF.at Anti-Turner Prize Manifesto Die Kritik am Turner-Preis setzte sich fort: Vor zwei Jahren gründeten die Künstler Billy Childish und Charles Thomson den Stuckismus, schrieben ein Anti-Turner Prize Manifesto und veranstalteten als Gegenstück zum Turner-Preis "The Real Turner Prize 2000". | ||