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Milchmädchen
von
Irene Judmayer
Helnwein belebt Lentos-Zahlen
Die Rechnung geht auf: Allein im März 2006 kamen 11.397 Besucher zur Ausstellung des österreichischen Malers Gottfried Helnwein in das Linzer Kunstmuseum Lentos. Somit befinden sich auch die Quartalszahlen wieder im Aufwind.

Wir erinnern uns noch genau an die Hiobsbotschaft: Exakt zum 2-Jahres-Jubiläum des Lentos erfuhren die OÖN die Zahlen einer unerfreulichen Statistik. Innerhalb eines Jahres hatte sich nämlich die Zahl der Besucher von 27.000 (erstes Quartal 2004) auf knapp 13.000 (1. Quartal 2005) mehr als halbiert.

Wieder ein Jahr später sieht die Sache jedoch erfreulich anders aus. Auf Anfrage der OÖN sagt der Linzer Vizebürgermeister und Kulturreferent Erich Watzl: "Allein im März hatten wir im Lentos einen Besucherstrom von 11.397 Menschen zu verzeichnen. Das bedeutet für das erste Quartal eine Gesamtsumme von 18.306 Besucherinnen und Besuchern."

Architektur-Ausstellung

Der prognostizierte "Helnwein-Bonus" ist also aufgegangen. Die Personale des außergewöhnlichen Malers katapultiert das Lentos aus einem Tief, in dessen Verlauf sogar die Position von Lentos-Chefin Stella Rollig heftig diskutiert worden war. Bis 5. Juni sind Helnweins schräge multimediale Arbeiten noch im Linzer Kunstmuseum an der Donaulände ausgestellt. Doch was passiert nachher? Ein derartiges Zugpferd ist für heuer nämlich nicht mehr vorgesehen.

Dazu Watzl: "Mir wurde von Seiten der Lentosdirektion versichert, dass auch die Internationale Architektur-Ausstellung zu neuen Museumsbauten eine Besonderheit für Linz sein wird." Eine Besonderheit ja, aber angesichts des statistisch mehrfach erfassten Miniatur-Interesses an Architektur-Großbauten wird sich die tatsächliche Zugkraft dieser Präsentation wohl erst während der Ausstellung bestätigen müssen.

Haderer ins Nordico

Als Schmankerl verspricht Watzl jedoch für das Nordico, den zweiten Partner im Linzer Kunstmuseen-Verbund, eine Ausstellung des aus Leonding stammenden Karikaturisten Gerhard Haderer: Am 11. Mai, 18 Uhr, wird diese Retrospektive eröffnet werden (Dauer: bis 20. August).

Der von den OÖNachrichten bis 1997 über Jahre hinweg wöchentlich publizierte Karikaturist und Cartoonist konnte sich bereits bei seiner Ausstellung in der Wiener Albertina über regen Zuspruch freuen.

"Bei einem Museum für zeitgenössische Kunst ist das Spiel mit Zahlen ja immer zwiespältig", sinniert Watzl abschließend. Ihm sei jedoch klar, dass Besucherzahlen nicht nur für die Finanzkraft, sondern auch als Attraktivitäts-Gradmesser wichtig sind.

Helnwein war dafür jedenfalls ein guter Schachzug. Weitere müssen folgen.

Da hat Gottfried Helnweins kurioser "Midnight Mickey" leicht lachen. Foto : Weihbold

OÖnachrichten vom 12.04.2006
 
   



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