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26.05.2006 - Kultur&Medien / Kommentare
Kunstlicht: Und jetzt noch unser Clublied!
ALMUTH SPIEGLER

H
erzlichen Dank dem Steiri schen Volksbildungswerk, jetzt weiß ich endlich, was ich bin: Kulturanimateuse. Jeden Advent lade ich zum Singen, da kenne ich nichts. Und trotzdem können diese Lemuren immer seltener mit einstimmen. Zur Strafe geht's in den Aktionismus-Keller im Mumok. Und noch immer weigern sich die Sturschädel zu kapieren, warum Nitsch nicht pfuigack ist.

Das Steirische Volksbildungswerk hat diese von mir bisher dilettantisch gefüllte Marktlücke jetzt erkannt und blitzschnell reagiert: Gemeinsam mit dem Landwirtschaftlichen Fortbildungsinstitut sollen "Animateure" ausgebildet werden, um muffige Banausen zu heimischen Hymnen und Volkstänzen mitzureißen. Eine unbezahlbare Idee auch für unseren Museumsbetrieb, der laut neuester Studie des Beratungsunternehmens Kearney noch mehr umdenken soll, um noch rentabler zu werden: Denn überleben werden nur Institutionen, die mittels "multidimensionaler Retail-Konzepte" die Shop-, Restaurant- und Eventbereiche weiter verstärken.

J
awohl! Hasen-Happyhour in der Albertina, Blattgold-Poolpartys vor dem Belvedere und Grufti-Karaoke im KHM. Aufrechte Kunsthistoriker, die sich als schnöde Museumsmanager nicht krummverdienen wollen, zerren als ewig heitere "Kunstanimateure" ewiggestrige Event-Verweigerer durch die Kärntner Straße Richtung All-Inclusive-Museumsanlagen, verkleidet als van Gogh, einohrig, oder spastisch zuckend als Schiele.

Gegen seitlich angreifende pfuschende Mozart- und diplomierte steirische Volkskultur-Animateure schwingt man expressiv den spitzen Pfefferspray-Pinsel. Womit dann wohl wenigstens dieses Problem gelöst wäre. Und jetzt, alle gemeinsam, das Club-Lied: "Paint it black".

almuth.spiegler@diepresse.com

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