Mitbringsel aus Wien

04. März 2010, 19:04
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    Marianne Vlaschitz hat die Protagonisten porträtiert und installativ arrangiert: "Club Tropicana, Mon Coeur Amoureux" (2010).

Zum dritten Mal zeigt die Kunsthalle mit "Lebt und arbeitet in Wien", was und wer die lokale Szene ausmacht und wo diese ihre spärliche Freizeit verbringt

Wien - Touristen nennt sich ein noch recht junges österreichisches Kulturmagazin, das dem Reisen gewidmet ist. "Stars in a Plastic Bag" nennt die Kunsthalle Wien die dritte Auflage von "Lebt und arbeitet in Wien". Diese "Standortbestimmung der vielfältigen und eigenwilligen Wiener Kunstszene" wird alle fünf Jahre unternommen und von Gästen kuratiert. Xenia Kalpaktsoglou, Ko-Direktorin der Athen Biennale, Raphaela Platow, Direktorin des Contemporary Arts Centers, Cincinnati, und Olga Sviblova, Direktorin des Multimedia Art Museums in Moskau, haben diesmal eingetütet, was ihnen bemerkenswert erschien.

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Wobei, gleich vorweg: Klar kommuniziert die Kunsthalle ein Selbstbild als "Trägerrakete für junge Kunst, die sie in eine internationale Umlaufbahn katapultiert", und belegt dies mit den Reiznamen Elke Krystufek, Gelitin oder Markus Schinwald. Ebenso klar ist aber auch, dass all jenen, die nicht nur in Wien leben und arbeiten, sondern auch in München oder Berlin oder sonst wo bekannt sind, die Kunsthalle eher als zartes Schubkrafttuning gedient hat denn als Mutterschiff.

Netzwerken muss dann doch jeder für sich allein, und gute Arbeit liefern, und ohne Galerie als Gütesiegel für die Eigenmarke geht früher oder später auch nichts weiter. Und dann wären da noch der Faktor Zufall oder Off-Spaces wie Martin Veselys Ve.sch, in denen sich die Rollen Künstler, Veranstalter, Kurator oder Diskutant vermischen, wo Außenstehende und Teilnehmer nicht auseinanderzuhalten sind. Vesely fand sich im aktuellen Kuratorenplastiksackerl wieder - er leuchtet den Stars mit Sternen den Weg. Privat geht er lieber in die Galerie Georg Kargl, um sich Ausstellungen wie die Personale von Franz Graf anzuschauen, oder auf den FavAC-Platz im 10. Wiener Bezirk.


Einsichten ins Intimleben

Diese Einsichten ins Intimleben der lokalen Hoffnungsträger verdanken wir der Kooperation der Kunsthalle mit dem Touristen. Der hat auf einer Karte verzeichnet, wo die aktuelle Künstlerselection ihrer spärlichen Freizeit nachgeht. Bernhard Cella - er verweist in der Schau auf seinen "Salon für Kunstbuch" in der Mondscheingasse - wird womöglich nicht mehr lange in der Café Konditorei Mentone im 7. Bezirk den idealen "Treffpunkt für Unterredungen" sehen. Für den Brachialmaler Tomak dürfte sich hingegen nichts ändern: Er liebt den Schlosspark von Schönbrunn. Der Grieche Jannis Varelas - er fand über die Krinzinger-Projekte den Weg nach Wien - frequentiert das Café Alt Wien, schätzt das günstige Bier dort und macht nebenher aufregende großformatige Zeichnungen. Die Proponenten der Schau stellt Marianne Vlaschitz vor. Auf ihren Porträts sehen Künstler wie Kuratoren einander ziemlich ähnlich und also genauso aus, wie der Rest des Publikums in den Off-Spaces und einschlägigen Cafés: Die Brillen sind knapp neben den Modellen der Gebietskrankenkassa angesiedelt, die Herren geben sich unrasiert, Väter wie Rudolf Polanszky oder Hubert Sielecki (der Animator im Hintergrund) fallen nicht weiter aus der Reihe. Lisa Ruyter, Wahlwienerin aus Washington, strapaziert seit Jahren das Malen-nach-Zahlen- Schema, mit den (unrasierten) Mahonys hingegen möchte man noch ein weiteres Wegstück zu den Weltenden gehen.

Gut, dass die Plastiksackerln der Kunsthalle durchsichtig sind und also den Blick nach außen nicht verstellen. (Markus Mittringer / DER STANDARD, Printausgabe, 5.3.2010)

 

Bis 30. Mai

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4 Postings
09.03.2010 22:12
wie schlecht muss diese AUSSTELLUNG...

...LAWIII sein, daß nur drei POSTINGS hier Platz finden!

05.03.2010 10:15
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Gaaanz tolle Rezension

Nicht ein Wort über die Kunst, dafür eine Menge Wörter über die Orte, an denen die Künstler gern abhängen. Was soll das? Feuilletonschreibe der allerübelsten Sorte.

05.03.2010 12:07
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Eine Ausstellung, die einem diese Anekdoten gleich beim Eingang aufs Aug drückt, muss sich auch so eine Rezension gefallen lassen.

Zu den Arbeiten: Positionen die man in Wien zwangsläufig sowieso schon kennt, also keine gr. Überraschungen.

Die Halle selber wirkt ziemlich vollgestopft und versprüht in Kombination mit den schon erwähnten "Wo hänge ich am liebsten ab"-Anekdoten den Charme einer Akademie-Jahresausstellung.

05.03.2010 10:51
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wahrscheinlich war das ganze so schlecht



und nachdem die kunsthalle ja auch kooperationspartner des standards ist ...

nur niemanden weh tun

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