Was Sie immer schon wissen wollten

1000 Antworten von 100 Männern aus der New Yorker Kunstszene auf 10 intime Fragen, worüber sie normalerweise untereinander nicht reden. Eine Auswahl.


Mit welcher Farbe würden sie einen Orgasmus beschreiben?

Paul McCarthy, Künstler: Ich habe bei Performances echt starke Metaphern für Orgasmen verwendet, und die hatten nichts mit Farbe zu tun. Ich glaube, es gibt ein natürliches erotisches und sexuelles Empfinden im Umgang mit Flüssigkeiten, und das manifestiert sich für mich, wenn ich eine Flasche leere, diese Mayonnaiseflasche zum Beispiel, die man drücken und schütteln muss, damit der Inhalt herauskommt, so dass eine Saugbewegung in beide Richtungen entsteht - das ist wie eine Ejakulation.

Glauben Sie, dass die Größe des Penis für Männer immer noch ein Thema ist?

Mike Kelley, Künstler: Na klar! Weil das wichtig ist, die Leute wissen darüber vor allem aus Pornofilmen Bescheid und das ist etwas, das... na ja, man hat einfach einen großen Penis zu haben.

Was würden Sie Frauen im Zusammenhang mit ihrer Sexualität am liebsten fragen?

DJ Spooky: Warum sie die Regeln akzeptieren, die die Männer aufstellen! Das heißt: kein Sex außerhalb des männlichen Kontrollbereiches, Sex nur mit einem Mann... solche Dinge. Meine Frage ist: Warum akzeptiert man eine solch langweilige Situation?

Wie wurde es Ihnen klar, dass Ihr Vater ein sexuelles Wesen ist?

Andres Serrano, Künstler: Ich verstehe meinen Vater. Mein Vater lebt in mir. Ich habe seit 30 Jahren nicht mit ihm gesprochen, aber vor zwei Jahren fand ich heraus, dass er noch lebt. (...) Als ich 16 war - da war ich drei Wochen bei ihm und mir wurde klar, dass er Probleme hatte, sich an eine Frau zu binden, und er hatte mehrere Frauen, mehrere Familien und er wechselte hin und her, um alle glücklich zu machen. Ich glaube, das habe ich von meinem Vater gelernt: Es ist nicht immer leicht zu sagen, das ist die einzige Frau, mit der ich den Rest meines Lebens verbringen werde.

Was bedeutet es für Sie, ein guter Liebhaber zu sein?

Quila T, Tatoo Artist: Also erstens gibt es keine Stopp-Taste, es kann keine Augenblicke der Angst geben, wo man sich dem Partner gegenüber inadäquat fühlt - und beide müssen kommen - das ist es auch schon! Ich arbeite sehr hart (lacht) - ich wurde von einer Frau aufgezogen und ich wurde in einige Punkte und Lebensweisheiten eingeweiht, die andere vielleicht nicht kennen.

Was bedeutet Ihnen Ihr Penis?

Bruce Matthews, Philosoph: Er ist ein wunderbares Paradoxon, wenn man über Kontrolle und Willenskraft nachdenkt. Es ist erstaunlich, dass uns Gott mit gerade so viel Blut erschaffen hat, wie wir brauchen, dass entweder das Hirn, aber nicht der Penis, oder der Penis und nicht das Gehirn durchblutet ist. (Lacht)

Was stört Sie am Sexualverhalten der Frauen am meisten?

Matthias Herrmann, Fotokünstler: Das wäre wahrscheinlich, wenn mich Frauen - aber das passiert nicht sehr oft - anquatschen und aufreißen wollen, und ich ihnen sagen muss, dass ich schwul bin.

Was ist für Sie eine der faszinierendsten erotischen Fanatsien?

David Ross, Museumsdirektor: Als Jugendlicher hat man Fantasievorstellungen, aber wenn man älter wird, merkt man, dass man sie nicht braucht.

Tipp:

Das Buch zum Videoprojekt: Judith Baum "This other being oder: worüber Männer untereinander nicht reden" Mit Beiträgen u.a. von Peter Gorsen, Marie-Luise Angerer und Wolfgang Fetz. Erschienen im Triton Verlag.

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