11.09.2001 14:08:00 MEZ
Teure Haut
Beim Projekt "Grazer Kunsthaus" startet die Detailplanung - Kostenfrage der Acrylfassade noch nicht geklärt

Graz - Nach der zweiten Bauverhandlung zum Grazer Kunsthaus präsentierte die Grazer Kunsthaus AG am Dienstag den aktuellen Stand des ehrgeizigsten Projektes für die Kulturhauptstadt 2003 - das Grazer Kunsthaus. Planung und Ausschreibung liegen demnach im Terminrahmen. "Wir sind in time", so der scheidende Aufsichtsratvorsitzende der Kunsthaus AG, Helmut Strobl, dessen Agenden künftig sein VP-Kollege, der Grazer Stadtrat Gerhard Rüsch, wahrnehmen wird. Probleme bei dem auf 600 Millionen Schilling veranschlagten Bauprojekt könnte allerdings noch die spektakulär geplante Außenhaut bereiten. Hier ist die Frage der Kosten noch nicht geklärt.

Feuerpolizeilicher Materialtest: Aussenhaut nur in Kombination mit Löschhilfe denkbar

Die vom Architektenduo Cook /Fournier geplante "Skin" soll nach außen leuchten und nach innen transparent erscheinen. Nach mehreren Materialstudien fand Anfang August ein Brandversuch der geplanten Acrylfassade statt, der die feuerpolizeiliche Machbarkeit der Fassade sicherstellen sollte. "In Kombination mit einer erweiterten automatischen Löschhilfe" sei das Material für den vorgesehenen Einsatz als äußere Fassadenverkleidung frei gegeben, so Rüsch. Unsicherheit gibt es allerdings noch immer hinsichtlich der Kosten: Sollten in der offiziellen Ausschreibung die Kosten zu hoch ausfallen, so habe man sich bereits Alternativen im Schichtaufbau einfallen lassen, die dann zum Zug kommen würden.

Das große Zittern bei den Aushubarbeiten

Die mit der Ausführungsplanung des Kunsthauses beauftragten Architekten von "spacelab" und "Architectur Consult" sind nunmehr in ein gemeinsames Projektbüro gegenüber der Baustelle eingezogen. Abgesehen von einer rund zweiwöchigen Verzögerung liege man gut im Zeitplan, so Strobl. Ende September, bzw. Anfang Oktober soll mit den Aushubarbeiten begonnen werden. Hier beginnt das nächste große Zittern, weil man nicht ausschließen kann, dass nicht auch archäologische Funde gemacht werden, die eine Verzögerung mit sich ziehen könnten. (APA)


Quelle: © derStandard.at