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| vom 05.01.2006 - Seite 021
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| Herr Freud feiert 150. Geburtstag
Nicht nur Mozart hat 2006 Hochsaison. Auch Sigmund Freud (1856-1939), der österreichische Begründer der Psychoanalyse, sorgt mit seinem 150. Geburtstag heuer für ein breites Veranstaltungspaket.
Wie jedes Jubiläumsjahr begann auch das frisch angebrochene Freud-Jahr 2006 vorzeitig. Seit Oktober des alten Jahres wirft die Ausstellung "Meisterwerke aus Gugging" im Wiener Sigmund Freud Museum ihre Schatten ins neue Jahr (bis 28. Februar).
Es folgt eine große Sonderausstellung "Die Couch. Vom Denken im Liegen", die ebenfalls das Freud Museum veranstaltet (5. Mai bis bis 5. November). Im Zentrum dieser Schau steht die Couch als Inbegriff von Freuds Theorie und Praxis. Neben der Entstehung des psychoanalytischen Szenarios, werden kulturelle Aspekte der Couch als Liegemöbel ebenso mit einbezogen wie deren Bedeutung und Funktion im Wandel der Zeit.
Mädels und Volksoper
Stattfinden soll im Herbst außerdem eine Openair-Plakatsäulen-Ausstellung "Offene Stadt Wien: Wege zum Unbewussten" in allen 23 Wiener Bezirken. Auf 23 Litfaßsäulen, die als Ausstellungsträger fungieren, wird Sigmund Freud mit seinen Publikationen, wissenschaftlichen Leistungen sowie in seinem historischen Umfeld präsentiert. Auch dazu werden weitere Details noch bekannt gegeben.
"Traumbilder. Freud und das Kino", veranstaltet vom Filmarchiv Austria und der Sigmund Freud Privatstiftung, bietet im April vier Wochen lang Spielfilme, Dokumentationen und Kurzfilme rund um das Thema "Psychoanalyse" mit Filmen von Woody Allen, Alfred Hitchcock und David Lynch.
Über Gesang und Musik ist zwar nichts Nachhaltiges aus der Feder Freuds verbürgt, dennoch veranstaltet die Volksoper eine von Christoph Wagner-Trenkwitz moderierte Soiree "Stimme und Verstummen" am 5. Mai. Dort soll es um "Schweigen" und "Stille" gehen, und die Reise führt von Mozart über Richard Strauss bis hin zu John Cage, für den "Silence" ein zentrales Kompositionsthema war. Überlegungen über "Die süßen Mädel des Herrn Professor?" wird Inge Scholz-Strasser bei ihrem Auftaktvortrag im Rahmen der "Vorlesungen" im Wiener Rathaus anstellen (15. März).
Verbunden werden Freud- und Mozart-Jahr im Musensaal der Albertina bei einem Symposium über psychoanalytische Aspekte in Mozarts Oper "Don Giovanni". Nun ja: Der heuer ebenfalls gefeierte Wolferl Amadée hat für Analytiker schon immer viele Ansätze geboten (z. B. "Bäsle Briefe"). (irju/apa)
Der verwinkelt verwickelte Fischer im trüben Wasser unserer Seelen Illustration: Tullio Pericoli |
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