Kunst und das
Lachen
Mumok: 25 Jahre
Österreichische Stiftung Ludwig und Joseph Beuys
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Joseph Beuys:
„Honigpumpe“ (1985). Foto: Beuys, VBK Wien 2006
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Von Brigitte
Borchhardt-Birbaumer
Zwei Männern, die jeden Rahmen in Sachen Kunst
sprengten, widmet das Mumok nun Ausstellungen: Sammler Peter Ludwig, der
1996 starb, und Joseph Beuys, dessen 20. Todestag sich heuer jährt.
Kurator Wolfgang Drechsler verweist in "Review. 25 Jahre Stiftung Ludwig"
auf die neuesten Ankäufe, die in der Schau "Why Pictures Now" ein paar
Ebenen höher zu finden sind, denn die Ludwigstiftung ist bis heute
wesentlicher Mäzen für die Gegenwartskunst. Die Republik zahlt in sie ein,
es kann allerdings immer nur ein kleiner Teil hunderter Werke rund um
Pop-Art, Aktionismus, Hyperrealismus oder Einzelpositionen wie Gerhard
Richter, Paul Klee oder das berühmte Porträt einer sitzenden Frau von
Pablo Picasso gezeigt werden. Das Museum hat heute weniger Platz als in
Zeiten des ab 1979 zusätzlich zum Zwanzgerhaus gemieteten Palais
Liechtenstein. Nach einer Schau im Künstlerhaus war ein großer Streit über
die Qualität der Sammlung entbrannt, heute schätzt man Claes Oldenburg
oder Andy Warhol so hoch ein wie die Werke der klassischen Moderne.
Peter Ludwig, der sein Füllhorn wie ein Renaissancefürst über viele
Museen ausgegossen hat, gilt heute als Visionär, auch wenn der legendäre
New Yorker Galerist Leo Castelli ihn als unersättlich beschrieb. Ludwig
promovierte als Kunsthistoriker über das Menschenbild Picassos. Gemeinsam
mit seiner Frau Irene kam er von alter Kunst über außereuropäische
Ethnokunst 1968 mit Fluxus in Berührung. Ab dann war er nur mehr durch
einen Blinddarmdurchbruch zu bremsen.
Mit Fett und Filz
In der Factory sind die "Kölner Mappe" und die Installation "Basisraum
Nasse Wäsche" von Beuys ebenfalls aus der Ludwigstiftung. Drechsler lenkt
aber besonderes Augenmerk auf ein frühes Hauptwerk: "Tür" (1954-56) führt
vom eher traditionellen Frühwerk zum "eigentlichen" Beuys. Mythos und
Esoterik verbinden sich mit den Materialien Fett und Filz. Der Hase wird
das Leittier des auch als Schamanen in die Kunstgeschichte eingegangenen
Fluxuskünstlers. Interessant ist das Frauenbild in seinen Zeichnungen:
"Dickes Mädchen" oder "Bergsteigerin" erinnern an die in den 70er-Jahren
virulente Diskussion um Mutterrecht und Urvenus.
Zum 20. Jahrestag seines Todes eine Ausstellung zu präsentieren, ist
bei der genauen Kontrolle jedes Blattes und Titels durch die Beuysstiftung
seiner Witwe immer ein Risiko: So kann der Katalog nur etwas später
erscheinen – er enthält auch eine wissenschaftliche Recherche zu dem mit
den Museumswerken nicht identen, umstrittenen "Wiener Block."
25 Jahre Österreichische
Stiftung Ludwig
Bis 26. November
Joseph Beuys aus der Sammlung des Mumok
Bis 29. Oktober
Mumok, MQ Wien
Fundiert.
Freitag, 11. August
2006