Salzburger Nachrichten am 21. August 2006 - Bereich: Kultur
Daten & Fakten

Olga Neuwirth

Die 1968 in Graz geborene Olga Neuwirth zählt zu den "Shooting Stars" der österreichischen Komponistenszene. Sie studierte in Wien bei Erich Urbanner, in San Francisco und Paris. Bei den diesjährigen Wiener Festwochen erlebte ihr Auftragswerk "Der Don Giovanni-Komplex" seine Uraufführung. Werke von ihr wurden auch beim "steirischen Herbst", bei "Wien Modern", den "Donaueschinger Musiktagen" oder beim "Festival d'Automne" in Paris uraufgeführt. Ihr Werk "Clinamen/Nodus" ging nach der Uraufführung in London im März 2000 mit dem London Symphony Orchestra unter Pierre Boulez auf Welttournee. 2003 wurde das Musiktheater "Lost Highway" nach dem gleichnamigen Film von David Lynch nach einem Libretto von Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth beim "steirischen Herbst" uraufgeführt.

Beim Symposion zum Auftakt der Salzburger Festspiele sparte Olga Neuwirth nicht mit mahnend-kritischen Worten zum Umstand bei Kulturbetrieben wie den Festspiele, dass man "erst-schaffende Künstler", also Komponisten, nicht mehr als ein "auswechselbares Stück Fleisch" hernehmen und - weil unökonomisch - wieder wegstellen sollte. Ihre für 2006 geplante Oper "Der Fall W."(gemeinsam mit Elfriede Jelinek) war von den Festspielen abgesagt worden.