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Helnwein-Kunst in Tel Aviv

20. Jänner 2010 | 17:50 | wien/tel aviv | apa
Eine 100 Meter lange Bilderstraße großformatiger Abbildungen von Kindergesichtern, wie zur Selektion aufgereiht, ist derzeit (bis 13. Februar) auf dem Platz vor der Neuen Israelischen Oper in Tel Aviv zu sehen. Die vom österreichischen Künstler Gottfried Helnwein geschaffene Installation "Neunter November Nacht" wurde anlässlich der Uraufführung der Oper "Das Kind träumt" aufgebaut.

apa wien/tel aviv

Bei der Inszenierung des von Gil Shohat vertonten Stückes des israelischen Dramatikers Hanoch Levin (1943-1999) zeichnete Helnwein für Licht-, Bühnen und Kostümdesign verantwortlich, teilte das Österreichische Kulturforum Tel Aviv in einer Aussendung mit.

Die Installation vor der Oper ist in Erinnerung an die „Reichskristallnacht“ von 1938 entstanden und wurde erstmals am 9. November 1988 zur 50. Wiederkehr der Novemberpogrome in Köln zwischen dem Museum Ludwig und dem Dom entlang der Eisenbahnlinie des Hauptbahnhofs errichtet. Für Tel Aviv wurde die Ausstellung um Gesichter von Kindern erweitert, die 2010 in Israel leben. Schon bei der Montage der Arbeiten sei Helnwein von vorbeigehenden Passanten gefragt worden, welches denn die israelischen Kinder wären, worauf Helnwein antwortete: „Dies ist ganz genau der Punkt an der Sache“, teilte das Österreichische Kulturforum in Tel Aviv auf APA-Anfrage mit.

Zur Eröffnung der Ausstellung habe Helnwein die Erfahrungen seiner eigenen Kindheit im Nachkriegs-Österreich und die Wortlosigkeit im Umgang mit der Vergangenheit hervorgestrichen. Diese Erfahrungen bestärken den Künstler darin, sich mit derartigen Fragen intensiv künstlerisch auseinanderzusetzen.

© SN/SW

 
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