Sigurd Höllinger, der für die Kunstuniversitäten zuständige Sektionschef, erklärt dem STANDARD gegenüber, er hätte Groys mehrfach darauf hingewiesen, dass eine Professur neben dem Rektorat, einem Fulltimejob, nicht akzeptiert werden könne. Groys hat zwar beim Wissenschaftsministerium in Stuttgart um Karenzierung angesucht, doch wurde diese abgelehnt. Die Universität in Karlsruhe selbst kann ihn nur für ein Jahr beurlauben, die Funktionsperiode des Rektors erstreckt sich aber auf deren vier.
Höllinger spricht daher von einem "sehr unbefriedigenden Zustand". Das Ministerium habe aber keine Handhabe, denn nur die Wahlversammlung könne Groys mit Zweidrittelmehrheit abwählen.
Diesem Schritt dürfte Groys zuvorkommen: Am Freitag will er dem Kollegium "seine Entscheidung bezüglich der Vertragsunterzeichnung und seines weiteren Verbleibs als Rektor" bekannt geben.
Sonderbarerweise ist sein Kollege Peter Sloterdijk, seit dem Frühjahr Rektor
in Karlsruhe, nebenbei auch Professor an der Akademie: Groys verlängerte
Sloterdijks Vertrag auf weitere fünf Jahre.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe,
10. 10. 2001)
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derStandard.at