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vom 04.01.2006 - Seite 019
Biennale-Nepp

Biographien von bildenden Künstlerinnen und Künstlern aus Oberösterreich schmücken sich zunehmend mit dem Attribut "Biennale-Teilnehmer(in)". Viele, der Kunst großteils Unkundige, versinken daraufhin zumeist in Ehrfurcht.

Denn so eine Biennale, das muss schon was Besonderes sein. Auch wenn es grundsätzlich einmal gar nichts anderes bedeutet, als dass dieses Ereignis einfach "biennal" also "alle zwei Jahre" stattfindet.

Die Ehrfurcht der Lesenden resultiert jedoch aus der Bekanntheit der Biennale von Venedig. Und das ist schließlich die renommierteste Kunstpräsentation weltweit.

Dass sich kommerziell interessierte Veranstalter anderer "Biennalen" dieses Markenzeichens bedienen, ist durchaus verständlich und auch legitim. So etwa auch die "Biennale Florenz", eine Art internationaler Hobbykunst-Markt.

Für derartige Ausstellungen werden aus Internet-Foren zunächst kreativ Tätige erhoben und zur Biennale-Teilnahme eingeladen. Mit so einer Biennale-Einladung gestreichelt, wähnen sich die Eingeladenen auf dem Zenit des globalen Kunstschaffens und zahlen oft Unsummen für einen Stand, um sich dort präsentieren zu dürfen. Aber das zahlt man ja gern, wenn sich dafür das Wörtchen "Biennale" in der Biographie verankern lässt und man weiters in den "Wiener Ringstraßen-Galerien" ausstellen darf. Übrigens ein weiterer Marken-Nepp: Die Wiener Ringstraßen-Galerien sind nämlich nichts anderes als ein simples Innenstadt-Shopping-Center¼

Aber Unwissen lässt sich schon seit Urzeiten immer gut ausnützen.

Wo Biennale draufsteht, ist nicht immer Venedig drin.

E-Mail: i.judmayer@nachrichten.at


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